Verdauungsenzyme

  • Für eine gute Verdauung werden Verdauungsenzyme benötigt. Verdauungsenzyme sorgen u. a. für eine optimale Verdauung der Nährstoffe, die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und auch für den Abbau von belastenden Substanzen im Verdauungstrakt. Drei Hauptgruppen von Verdauungsenzymen sind Amylasen, Proteasen und Lipasen, die Kohlenhydrate, Proteine und Fette jeweils in kleinere Moleküle aufspalten, die besser vom Dünndarm aufgenommen werden können. Ein Mangel an Verdauungsenzymen kann Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Stuhlprobleme, Müdigkeit und andere unspezifische Beschwerden verursachen. Die Supplementierung verschiedener Verdauungsenzyme kann Menschen helfen, die aufgrund einer verminderten Herstellung oder Versorgung Verdauungsprobleme haben, z. B. durch einseitige Ernährung oder bei Grunderkrankungen wie exokriner Pankreasinsuffizienz, bei chronischer Pankreatitis, Mukoviszidose, Diabetes und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien (einschließlich Reizdarmsyndrom, Glutensensitivität und Laktoseintoleranz). Wählen Sie vorzugsweise ein Produkt mit einer großen Vielfalt an Enzymen und mit hoher Magensaftresistenz und Stabilität. 

  • Unsere Verdauung ist ein komplizierter Prozess, bei dem die Nahrung mechanisch und enzymatisch in Substanzen zur Aufnahme in den Blutkreislauf abgebaut wird [1]. Sie wird von den Organen unseres Verdauungssystems reguliert und steht unter dem Einfluss von Verdauungsenzymen. Verdauungsenzyme werden von der Speicheldrüse, der Magendrüse, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Darmsaftdrüse produziert, sind aber auch von Natur aus in bestimmten Nahrungsmitteln enthalten. Verdauungsenzyme werden grob in drei Gruppen eingeteilt: Amylasen, Proteasen und Lipasen, die jeweils die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Proteine und Fette abbauen [2]. Jedes Verdauungsenzym erfüllt eine spezifische Funktion und arbeitet in einem bestimmten Abschnitt des Verdauungstrakts. Ihr gemeinsamer Zweck ist es, die Makronährstoffe in kleinere Fragmente aufzuspalten, so dass sie von den Schleimhäuten des Verdauungstraktes zum Zweck des Aufbaus, der Energieversorgung und der Unterstützung des Körpers aufgenommen werden können [1].

    Universeller Wirkmechanismus von Verdauungsenzymen

    Enzyme sind Proteine mit einer universellen Wirkungsweise. Sie wirken als Katalysator und beschleunigen biochemische Reaktionen im Körper, werden aber selbst nicht verbraucht. Ein Verdauungsenzym bindet an ein Substrat oder einen Makronährstoff, spaltet ihn dann in kleinere Fragmente und kann danach selbst wiederverwendet werden [3]. Die Aktivität von Enzymen wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie z. B.: Temperatur, Säuregrad (pH-Wert), Substratkonzentration, hemmende Substanzen, kompetitive Hemmung, Cofaktoren, Verfügbarkeit von Aminosäuren zur Unterstützung der Enzymproduktion, freie Radikale und Medikamente [3].

    Enzyme in ihrer pro-enzymatischen Form benötigen eine Aktivierung durch andere Coenzyme und/oder Cofaktoren (wie Eisen, Magnesium und Zink). Zum Beispiel wird das Enzym Enterokinase im Dünndarm benötigt, um Trypsinogen (die inaktive Form von Trypsin) in Trypsin umzuwandeln. Trypsin wird im Pankreas gebildet und spaltet Proteine, indem es Bindungen von basischen Aminosäuren in einem Proteinmolekül aufbricht. Trypsin wiederum ist in der Lage, alle anderen Pro-Enzyme in die aktive Form umzuwandeln.

    Die Verdauung zusammengefasst

    Die Verdauung beginnt schon, bevor wir uns etwas in den Mund stecken. Unsere Sinnesorgane werden durch den Geruch, die Erinnerung an den Geschmack und das Aussehen von Lebensmitteln stimuliert. Dadurch wird die Freisetzung von Speichel- und anderen Verdauungsenzymen in Mund und Magen angeregt. Im sauren Milieu des Magens findet eine erhebliche chemische Verdauung von Proteinen durch Pepsin statt [1]. Im weiteren Verlauf produziert der Pankreas Pankreassaft, der im Dünndarm (gleich nach dem Magen) ausgeschieden wird. Pankreassaft ist voller Enzyme, aber auch Natriumbicarbonat zur Neutralisierung der im Nahrungsbrei (Chymus) vorhandenen Säuren. Im Dünndarm erfolgt die Endverdauung durch die kombinierte Wirkung von Enzymen aus Pankreassaft (1,5 Liter pro Tag), Galle (0,7 Liter pro Tag) und Darmsaft (2 Liter pro Tag) [4]. Die Enzyme wirken am besten bei einem pH-Wert von 6 bis 7. Wenn also die Umgebung zu sauer ist, arbeiten die Enzyme nicht optimal. Im Dickdarm werden keine Verdauungsenzyme mehr ausgeschieden. Wasser, Salze und einige Mineralien werden resorbiert, und Schleim und Wasserstoffcarbonat werden freigesetzt, um die vorhandenen Säuren zu neutralisieren [1]. Der Chymus wird zu Faeces (Stuhl) eingedickt und besteht aus unverdauten und unverdaulichen Resten.

    Die Rolle der Verdauungsenzyme bei der Kohlenhydratverdauung

    Verdauliche Kohlenhydrate werden im Verdauungstrakt durch Verdauungsenzyme in die Monosaccharide (Einfachzuckermoleküle) Glukose, Fruktose und Galaktose aufgespalten. Die Verdauung von Stärke (Polysaccharide, die aus langkettigen Glukosemolekülen bestehen und aus pflanzlichen Lebensmitteln stammen) beginnt bereits im Mund: mechanisch durch Kauen und chemisch unter dem Einfluss des Enzyms Amylase. Amylase aus dem Speichel spaltet Polysaccharide/Stärke in Maltose, ein Disaccharid. Speichelamylase arbeitet am besten bei einem pH-Wert zwischen 6 und 7; in der sauren Umgebung des Magens wird sie inaktiv [1]. Im Magen werden nur die einfachen Kohlenhydrate direkt ins Blut aufgenommen. Im Darm sind andere Enzyme am weiteren Abbau der Kohlenhydrate beteiligt, woraufhin die Monosaccharide Glukose, Galaktose und Fruktose über die Darmwand in die Blutbahn gelangen. Glukose steht der Zelle sofort als Energiequelle zur Verfügung, während Galaktose und Fruktose zunächst über die Pfortader zur Leber transportiert werden, wo sie in Glukose umgewandelt werden. Unverdauliche Kohlenhydrate sind diejenigen Teile der Zellwand von pflanzlichen Lebensmitteln, die nicht durch Enzyme aufgespalten werden können und daher vom Körper nicht aufgenommen werden.

    Die Rolle der Verdauungsenzyme bei der Proteinverdauung

    Die Verdauung von Proteinen beginnt im Magen. Die Magensäure aktiviert das eiweißspaltende Enzym Pepsin. Pepsin wirkt am besten in einer sauren Umgebung, d. h. bei einem pH-Wert zwischen 2 und 3 [1]. Die Magensäure bricht auch die Eiweißmoleküle auf, wodurch sie für die Verdauungsenzyme besser zugänglich werden. Im Dünndarm sind vor allem die Pankreasproteasen Trypsin und Chymotrypsin für die weitere Verdauung der Proteine verantwortlich. Diese eiweißspaltenden Enzyme werden übrigens von der Bauchspeicheldrüse als Pro-Enzyme (Trypsinogen und Chymotrypsinogen) ausgeschieden und sind im Dünndarm nur unter dem Einfluss des Enzyms Enterokinase aktiv. Dies schützt das Pankreasgewebe vor der Wirkung dieser Proteasen (Autodigestion) [5]. Proteine werden im Dünndarm in Aminosäuren aufgespalten und über die Darmwand in die Blutbahn aufgenommen. Nach der Resorption werden die Aminosäuren über die Pfortader zur Leber transportiert, wo sie zu verwertbaren Proteinen umgewandelt oder weiter in den Körper transportiert werden.

    Deaktivierung von Proteasen

    Die Deaktivierung von Proteasen ist wichtig, um Schäden an Geweben zu verhindern, die aus Proteinen aufgebaut sind. Das Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle bei der Deaktivierung von Verdauungsproteasen. Einige probiotische Bakterien produzieren das Enzym Beta-Glucoronidase, ein Enzym, das Bilirubin-Glucuronid aus der Galle in unkonjugiertes Bilirubin umwandelt. Unkonjugiertes Bilirubin hemmt die Verdauungsproteasen Trypsin und Chymotrypsin. Das Mikrobiom verhindert so eine indirekte Schädigung der Darmwand durch Verdauungsenzyme [6]. Eine unzureichende Deaktivierung von Verdauungsenzymen kann einer der Faktoren sein, die entzündlichen Darmerkrankungen zugrunde liegen [7].

    Die Rolle der Verdauungsenzyme bei der Fettverdauung

    Das wichtigste Enzym für die Fettverdauung ist Lipase. Die orale Lipase verdaut bereits einen kleinen Teil der Fette im Mund. Sie wirkt am besten bei einem pH-Wert von 4 [1]. Der wichtigste Teil der Verdauung findet jedoch im Dünndarm statt. Bevor die Fettverdauung beginnen kann, findet vor allem unter dem Einfluss der Gallensäuresalze eine Emulgierung statt, wodurch größere Fetttröpfchen in kleinere Fetttröpfchen zerfallen. Die Kontaktfläche wird dadurch vergrößert, so dass das Enzym Lipase seine Arbeit wesentlich effektiver verrichten kann [4]. Nach der Emulgierung spaltet die Lipase die Triglyceride (Glycerin plus drei Fettsäuren) in ein Monoglycerid und zwei freie Fettsäuren. Das Pankreasenzym Cholesterolesterase und die Phospholipasen spalten die anderen Bestandteile des Fettmoleküls. Cholesterolesterase spaltet die Cholesterinester in freies Cholesterin und eine Fettsäure; Phospholipasen spalten die Phospholipide. Diese einzelnen Bestandteile (Monoglyceride, Fettsäuren, Gallensäuresalze, Cholesterin) können nicht ohne Weiteres ins Blut aufgenommen werden. Die Galle umhüllt die Fettstoffe, so dass die Darmzellen sie aufnehmen und in Form von Chylomikronen (ein Lipoprotein) an die Lymphgefäße und dann an das Blut abgeben können.

    Die Rolle der Verdauungsenzyme bei der Aufnahme von Vitaminen und Mineralien

    Verdauungsenzyme sind sowohl für eine optimale Verdauung aller Makronährstoffe als auch für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen notwendig [8]. Eine verminderte Produktion von Pankreasenzymen kann zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K), Hypocalcämie und Hypoalbuminämie führen, was letztlich eine Rolle bei der Entstehung von Mangelerkrankungen wie Osteoporose, schweren Infektionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen kann [9].

    Übersicht über einige wichtige körpereigene Verdauungsenzyme und deren Funktion [1]:

    Kohlenhydratverdauung

    -Amylase (und Glucoamylase): kommt in Speichel und Pankreassaft vor. Sie spaltet komplexe Polysaccharide (Stärke) in Tri-, Di- und Monosaccharide auf

    -Maltase: Enzym im Darmsaft. Sie spaltet das Disaccharid Maltose in zwei Glukosemoleküle

    -Laktase (Beta-Galaktosidase): Enzym im Darmsaft. Sie spaltet das Disaccharid Laktose (Milchzucker) in Glukose und Galaktose

    -Sucrase (auch Invertase genannt): Enzym im Darmsaft. Sie spaltet das Disaccharid Saccharose in Glukose und Fruktose

    Proteinverdauung

    -Pepsin: Protease im Magen. Es wirkt am besten bei einem pH-Wert von 2. Es spaltet Proteine in einzelne Polypeptidketten auf

    -Trypsin und Chymotrypsin: wichtige Proteasen der Bauchspeicheldrüse (gehören zu den Endopeptidasen, die Peptidbindungen im Inneren eines Eiweißmoleküls aufbrechen). Trypsin spaltet die Peptidbindung an den basischen Aminosäuren einschließlich Lysin und Arginin; Chymotrypsin spaltet die Peptidbindung an aromatischen Aminosäuren wie Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin

    -Elastase: eine Protease der Bauchspeicheldrüse, die bestimmte Peptidverbindungen in Proteinen spaltet

    -Carboxy- und Aminopeptidasen (zur Gruppe der Exopeptidasen gehörend: proteolytische Enzyme, die Aminosäuren von Carboxy- bzw. Aminogruppen abspalten können): Proteasen im Pankreassaft (Carboxypeptidase) oder Darmsaft (Aminopeptidase), die Peptide in einzelne Aminosäuren (Monomere) spalten

    Fettverdauung

    -Lipase: kommt im Speichel und im Magen vor, aber die Pankreaslipase ist am wichtigsten für die Fettverdauung [10]. Lipase spaltet Fette in Glycerin und freie Fettsäuren. Für eine optimale Aktivität benötigt sie die Anwesenheit des Coenzyms Colipase

    -Cholesterinesterase: Pankreasprotease, die Cholesterinester in freies Cholesterin und eine Fettsäure spaltet

    -Phospholipase: Pankreasprotease, die Phospholipide spaltet

    Ein Modell, das geholfen hat, Einblicke in die Wirkung verschiedener Verdauungsenzyme zu gewinnen, ist das TNO-Gastrointestinalmodell (TIM) der niederländischen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung (TNO) [11]. Dieses dynamische Modell simuliert die gesamte physiologische Nahrungsverdauung im menschlichen Magen-Darm-Trakt und kann die Aktivität der Enzymsupplementierung messen.

  • Körpereigene Herstellung

    Der Körper produziert seine eigenen Verdauungsenzyme in Verdauungsdrüsen, wie der Speicheldrüse, der Magensaftdrüse, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Darmsaftdrüse [1]. Wichtig hierfür ist die Verfügbarkeit von essentiellen Aminosäuren, sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen, für eine optimale Enzymproduktion [3]. Probiotische Mikroorganismen, als Teil unseres Darmmikrobioms, tragen auch zum Verdauungsprozess bei, indem sie Enzyme wie Laktase produzieren [12]. Laktase unterstützt die Verdauung von Milchzucker in Galaktose und Glukose.

    Verdauungsenzyme in der Nahrung

    Verdauungsenzyme sind auch von Natur aus in der Nahrung vorhanden. Diese Nahrungsenzyme stammen hauptsächlich aus unraffinierten Nahrungsquellen wie rohem Obst und Gemüse. Zubereitungs- und Aufbewahrungstechniken wie Kochen, Backen, Braten und künstliche Zusatzstoffe verringern jedoch die Aktivität der vorhandenen Enzyme. Beispiele für Nahrungsquellen, die reich an Verdauungsenzymen sind, finden Sie unten.

    Reife und tropische Früchte

    Die tropischen Früchte Papaya und Ananas sind beide reich an Proteasen, also proteolytischen Enzymen. Papaya enthält das Enzym Papain [13], Ananas enthält Bromelain [14]. Proteolytische Enzyme helfen, Proteine in kleinere Strukturen aufzuspalten. Deshalb werden diese Früchte häufig verwendet, um Fleisch zart zu machen. Bromelain unterstützt die Proteinverdauung in Magen und Darm, hat aber auch entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften [15]. Die Protease Actinidaine in Kiwi [16] und Ingwerproteasen [17] helfen ebenfalls, Nahrungsproteine in leichter resorbierbare Peptide aufzuspalten und so die Verdauung zu unterstützen.

    Zu den Lebensmitteln, die reich an Amylasen (kohlenhydratspaltende Enzyme) sind, gehören u. a. die Mango [18] und Bananen [19]. Reife Mangos und Bananen enthalten in der Regel aktive Verdauungsenzyme, die komplexe Kohlenhydrate bereits in einfache Zuckermoleküle wie Glukose aufgespalten haben, daher ihr süßer Geschmack.

    Auch das laktosespaltende Enzym Laktase ist am Reifungsprozess von z. B. Tomaten [20] und Früchten wie Äpfeln, Avocado, Melone, Mango und Kiwi beteiligt [21]. Mandeln, Pfirsiche, Äpfel und Aprikosen sind ebenfalls Quellen von Laktase [12].

    Honig

    Unbehandelter Honig ist reich an vielen gesunden Substanzen, darunter Mineralstoffe, Flavonoide, Polyphenole und Verdauungsenzyme [22,23]. Es gibt Hinweise darauf, dass Honig eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen in verschiedenen Bereichen haben kann, einschließlich entzündungshemmender und antibakterieller Wirkungen [24]. Unerhitzter, ungefilterter Honig, der vorzugsweise von einem Bio-Imker stammt, behält seine positiven Eigenschaften am besten bei. Honig enthält Enzyme wie Amylasen (kohlenhydratspaltende Enzyme), Invertase (die Saccharose in Glukose und Fruktose umwandelt) und auch proteolytische (eiweißspaltende) Enzyme. Bienenpollen enthält auch eine Vielzahl von Enzymen, die die Verdauung unterstützen [25,26]. Bienenpollen sind das, was Bienen selbst herstellen und mit ihrem eigenen Nektar mischen. Sie sind einfach in den verschiedensten Gerichten zu verwenden.

    Fermentierte Produkte

    Die Fermentation ist ein langsamer Zersetzungsprozess von organischen Substanzen durch Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze [27]. Hitze und Feuchtigkeit lassen Mikroorganismen wachsen und produzieren Enzyme, die den Säuregrad, den Geschmack, den Geruch, das Aussehen, die Verdaulichkeit und die Haltbarkeit des Produkts verändern. Traditionell ist es eine Möglichkeit, Lebensmittel haltbarer zu machen. Eine Fermentation findet zum Beispiel bei der Herstellung von Lebensmitteln wie Joghurt, Käse, Bier, Tempeh und Wein statt.

    Beispiele für fermentierte Produkte, die reich an Verdauungsenzymen sind, sind Sauerkraut, Kefir (ein fermentiertes Milchgetränk) [28], Kimchi (fermentiertes Gemüse) und Miso (fermentierte Sojabohnen) [29]. Kefir kann durch Zugabe von Kefirkörnern (im Grunde Hefe- und Bakterienkulturen) in Milch hergestellt werden, wodurch der Fermentationsprozess beginnt [30]. Natürliche Zucker in der Milch werden zum Wachstum verbraucht, während Hefen und Bakterien Enzyme wie Laktase und Protease produzieren. Fermentierte Produkte besitzen außerdem probiotische Eigenschaften und Bakterien, die förderlich für die Gesundheit sind [29].

    Mikrobielle Quellen

    Mit Hilfe von mikrobiellen Quellen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen, die auf einem Nährboden kultiviert werden, können Verdauungsenzyme künstlich hergestellt werden [31]. Pilzstämme wie Aspergillus oryzae, Aspergillus niger, Rhizopus oryzae und Hefen wie Saccharomyces cerevisiae und Candida rugosa  werden schon seit langem in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung verschiedener Verdauungsenzyme wie Proteasen, Lipasen und Invertase eingesetzt  [31–33]. Durch strenge Kontrollen wird sichergestellt, dass Pilz- und Heferückstände sowie andere Verunreinigungen entfernt werden. Im Allgemeinen scheinen die mikrobiellen Quellen von Enzymen sehr stabil zu sein [31,34].

  • Verdauungsenzyme wirken bei allen biochemischen Verdauungsreaktionen wie ein Katalysator, werden also nicht verbraucht [3]. Sie können wiederverwendet und an das nächste Substrat gebunden oder in einem Kreislauf abgebaut und aufgebaut werden (recycelt); sie werden nicht im Körper gespeichert. Abbauprodukte werden über Faeces, Urin und Schweiß in Form von Ammoniak, Harnstoff und Sulfaten ausgeschieden [3].

  • Verdauungsenzyme sind für eine optimale Verdauung unerlässlich. Sie sorgen dafür, dass Makronährstoffe in kleinere Fragmente aufgespalten werden, vom Verdauungssystem aufgenommen werden können und für den Körper nutzbar werden. Jeder Makronährstoff benötigt sein eigenes, spezifisches Enzym, um ihn aufzuspalten. Eine optimale Herstellung von und Versorgung mit Verdauungsenzymen und deren Bausteinen ist daher unerlässlich.

    Erhöhter Bedarf

    Mit dem Alter nimmt die Produktion von Verdauungsenzymen ab [8]. Laktase zum Beispiel ist das Enzym, das vor allem in den frühen Lebensphasen für den Abbau von Laktose in der Muttermilch aktiv ist. Bei manchen Menschen geht dann die Produktion dieses Enzyms im Dünndarm verloren, so dass die Menschen nicht mehr laktosetolerant sind und Laktose zu einem Reizstoff für den Magen-Darm-Trakt wird [35]. Die Häufigkeit der Laktoseintoleranz variiert weltweit, liegt aber in asiatischen Ländern bei bis zu sage und schreibe 90 % [12].

    Auch Umweltfaktoren wie die Belastung durch Rauchen, Schwermetalle oder (chronischen) Stress können den Bedarf an Verdauungsenzymen erhöhen oder einen Mangel verursachen [36,37].

    Es wird immer deutlicher, dass das Darmmikrobiom dabei eine herausragende Rolle spielt. Es ist u. a. für die Produktion von Laktase und die Bildung einer Barriere verantwortlich, die einerseits die Aufnahme von nützlichen Stoffen ermöglicht und andererseits unerwünschte (Nahrungs-)Stoffe und Mikroorganismen fernhält [38]. Enzymreiche Lebensmittel und (präbiotische) Ballaststoffe nähren das Darmmikrobiom und tragen zur intestinalen Homöostase bei [39].

    Antinährstoffe

    Antinährstoffe sind Stoffe, die für den menschlichen Körper schwer zu erkennen und zu verarbeiten sind und die Aufnahme von Nährstoffen verhindern können. Pflanzen verteidigen sich mit Antinährstoffen, wie Saponinen, Lektinen und Phytinsäure, gegen andere Organismen. Wenn der Mensch Antinährstoffen ausgesetzt ist, erfordert dies jedoch das Vorhandensein von spezifischen Verdauungsenzymen. Unsere westliche Ernährung besteht größtenteils aus Getreide und Milchprodukten, die reich an den Antinährstoffen Gluten und Casein sind. Sowohl Getreide als auch Milchprodukte waren nie Teil der Ernährung von Fischern/Jägern/Sammlern (Paleo-Ernährung), so dass sich unser Verdauungssystem nur schwer an sie anpassen kann [40]. Getreide, aber auch Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse enthalten Phytinsäure. Phytinsäure wird auch als Antinährstoff angesehen, weil sie die Aufnahme von Mineralstoffen verringern kann, aber sie ist auch ein natürliches Antioxidans, das zu positiven gesundheitlichen Effekten beitragen kann [41]. Der Abbau von Phytinsäure erfordert das Enzym Phytase [32]. Gluten und das Milchprotein Casein sind ebenfalls Proteine mit einem hohen Gehalt an der Aminosäure Prolin. Prolinreiche Proteine, wie sie auch in Spinat und Soja vorkommen, haben die Eigenschaft, im Verdauungstrakt schwer abbaubar zu sein [42].

    Mängel

    Eine Hauptursache für den erhöhten Bedarf und/oder Mangel an Verdauungsenzymen ist unsere westliche Ernährung und Lebensweise. Ein erheblicher Teil unserer Ernährung besteht aus industriell hergestellten Lebensmitteln, die wenig oder keine Verdauungsenzyme enthalten [43]. Wir essen weniger frisches und rohes Obst und Gemüse [44], bei dem der Enzymgehalt durch verschiedene Zubereitungs- und Lagerungstechniken (z. B. Kochen und Pasteurisieren) reduziert ist [43]. Hinzu kommt, dass wir in der westlichen Welt zu viele verarbeitete Produkte, zu oft oder zu fett essen, was die Verdauungsenzyme und einen der wichtigsten Enzymproduzenten, die Bauchspeicheldrüse, stark beansprucht [45]. Eine häufige Ursache für einen Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen ist daher die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI), bei der die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse (Insulinproduktion) so überlastet ist, dass die exokrine Funktion (Produktion von Verdauungsenzymen) ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen kann [8]. Essgewohnheiten wie schnelles oder spätes Essen fördern die Wirkung der Verdauungsenzyme ebenfalls nicht [46]. Bewusstes Essverhalten und zusätzliche Atemübungen hingegen unterstützen die Verdauung, indem sie die Freisetzung von Verdauungsenzymen, Magensaft und Galle fördern [36].

    Dipeptidylpeptidase 4 (DPP IV)

    Das proteolytische Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP IV), das natürlicherweise im Dünndarm vorkommt, ist essentiell für den vollständigen Abbau von prolinreichen Proteinen [47]. Ein unvollständiger Abbau kann zur Bildung von Exorphinen beitragen, Substanzen mit opioider Wirkung, die das Endorphinsystem im Gehirn stören können, mit einer Vielzahl an negativen Auswirkungen auf die Gesundheit als Folge. Zusätzlich zu den Exorphinen aus Gluten können Exorphine auch nach unvollständigem Abbau von prolinreichen Lebensmitteln wie Spinat und Sojabohnen entstehen [42].

    Symptome eines Mangels an Verdauungsenzymen

    Typische Symptome eines Mangels an Verdauungsenzymen sind Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Stuhlprobleme, veränderte Stuhlkonsistenz, Müdigkeit und andere damit verbundene, unspezifische Beschwerden [1]. Die Nahrung bleibt oft zu lange im Magen oder Dünndarm, weil sie nicht ausreichend verdaut wird. Bei einem Laktasemangel kann Laktose nicht abgebaut werden und bleibt unverdaut im Dünndarm, wo sie Feuchtigkeit anzieht und osmotischen Durchfall verursacht.

  • Eine gute Verdauung, einschließlich der Herstellung von und Versorgung mit Verdauungsenzymen, beginnt natürlich mit einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Lebensstil. Denken Sie an möglichst naturnahe Lebensmittel (Urkost), die so wenig verarbeitete Produkte wie möglich enthalten. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und Entspannung hilft, die Organe unseres Verdauungssystems zu unterstützen, damit sie ihre Funktion bei der Verdauung der Nahrung optimal erfüllen können.

    In Zeiten, in denen wir nicht in der Lage sind, den Bedarf an Verdauungsenzymen zu decken, kann eine Supplementierung eine (vorübergehende) Lösung bieten. Die Supplementierung mit einer breiten Enzymmischung kann Verdauungsenzymdefizite ergänzen und bei Verdauungsbeschwerden und -störungen oder bei anderen Erkrankungen, die mit einer schlechten Verdauung zusammenhängen, Unterstützung bieten [48].

    Stabile und wirksame Enzyme sind solche pflanzlichen und mikrobiellen Ursprungs [31]. Sie werden aus Pflanzen extrahiert oder bei Fermentationsprozessen, bei denen Nährstoffe in Enzyme umgewandelt werden, von Mikroorganismen produziert. Diese Enzyme werden auf ihrem Weg durch den Magen nicht abgebaut und behalten ihre Wirkung. Eine hochwertige Enzymmischung zur Unterstützung der Verdauung zeichnet sich daher durch das Vorhandensein verschiedener Enzyme aus, die in einem weiten pH-Bereich stabil bleiben (pH-Bereich 2–8) und somit über einen längeren Zeitraum im Magen-Darm-Trakt aktiv sein können. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, werden Enzyme aus verschiedenen Quellen vorzugsweise kombiniert [48]. Ein qualitativ hochwertiges Produkt ist auch frei von Hefepilzrückständen und Substanzen, die die Enzymaktivität hemmen [31]. Eine umfangreiche Enzymmischung kann mit einer Reihe anderer, spezialisierter Enzyme angereichert werden, wie z. B. Laktase, die den Abbau von Laktose fördert [12], Phytase, die bei der Verdauung von Getreide hilft [32] und Alpha-Galaktosidase zum Abbau komplexer Kohlenhydrate in Getreide und Hülsenfrüchten [49].

    Zur Unterstützung der Verdauung von Gluten und Casein (Milcheiweiß in Milchprodukten) kann zusätzlich ein glutalytischer Enzymkomplex mit spezifischen, gluten- und caseinspaltenden Proteasen, einschließlich Endopeptidasen und Exopeptidasen [50], wie Dipeptidylpeptidase-(DPP)-IV, eingesetzt werden.

    Es wird empfohlen, eine Enzymmischung immer mit einem probiotischen Produkt zu kombinieren. Die probiotischen Bakterien sorgen nämlich dafür, dass die Proteasen in der Enzymmischung rechtzeitig inaktiviert werden, so dass die Darmwand nicht durch die Proteasen „verdaut“ wird [6].

  • Eine gute Verdauung ist für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und für die Erholung von Krankheiten unerlässlich. Die Supplementierung mit Verdauungsenzymen kann zur Behandlung verschiedener Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt werden. Im Folgenden werden spezifische Indikationen einschließlich ihrer wissenschaftlichen Grundlage erläutert.

    Dyspepsie

    Die Dyspepsie (Störungen in den oberen Teilen des Verdauungstraktes) verursacht Symptome wie Sodbrennen, Aufstoßen, Bauchschmerzen, Rülpsen, Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit[51] und ist relativ häufig. Die Prävalenz der funktionellen Dyspepsie (ohne organische Ursache) variiert weltweit von 10–30 % [46]. Verdauungsenzyme wie Amylase, Pepsin und Lipase können in Kombination mit anderen Enzymen Linderung verschaffen und haben sich bei der Behandlung von Dyspepsie als sicher erwiesen [48]. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie hatten 50 mg Enzymkomplex (bestehend aus 5 Verdauungsenzymen: Amylase, Protease, Cellulase, Laktase und Lipase; 3-mal täglich über 60 Tage) eine signifikant bessere Wirkung auf die Dyspepsiesymptome als ein Placebo [52].

    Exokrine Pankreasinsuffizienz

    Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) funktioniert die exokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse (die Produktion von Pankreasenzymen) nicht richtig, so dass nicht genügend Enzyme für die Verdauung zur Verfügung stehen. Eine EPI kann bei primären Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse auftreten, bei denen das Pankreasgewebe (Parenchym) betroffen ist, wie z. B. bei chronischer Pankreatitis, Pankreastumoren, Mukoviszidose, aber auch nach einer Pankreasresektion [8]. Eine EPI kann auch als Folge einer gestörten exokrinen Funktion auftreten, wie dies u. a. bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, gestörter hormoneller Stimulation der exokrinen Enzymsekretion durch Cholecystokinin, Zöliakie oder entzündlichen Darmerkrankungen der Fall ist. Eine gestörte endokrine Funktion, d. h. die Produktion von Insulin und Glukagon zur Blutzuckerregulierung, spielt auch bei einer reduzierten exokrinen Funktion eine Rolle und umgekehrt [8]. Unsere westliche Lebens- und Ernährungsweise überlastet die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse, was auch zu exokrinen Störungen führen kann. Da das exokrine Pankreas eine große Funktionsreserve hat, manifestieren sich klinische Symptome oft erst, wenn die exokrine Pankreasfunktion  10 % des Normalwerts erreicht [8]. Malabsorptionsstörungen und andere gesundheitliche Probleme, wie Osteoporose und Osteomalazie, sind dann vorprogrammiert [9]. Die Anwendung von Pankreasenzymen ist die Therapie der Wahl, insbesondere bei EPI-Patienten mit abnormer fäkaler Fettausscheidung, Steatorrhoe (fettige, klebrige Stühle) und/oder Gewichtsverlust. Eine systematische Übersicht über klinische Studien zeigte, dass die Supplementierung mit Pankreasenzymen (hauptsächlich Lipase) die (Fett-)Verdauung bei Patienten mit EPI verbesserte [53]. Die Fettmalabsorption tritt früher auf als die Protein- und Kohlenhydratmalabsorption, da die Lipase im Vergleich zu anderen Enzymen eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Denaturierung und proteolytischer Zerstörung aufweist [8].

    Chronische Pankreatitis

    Chronische Pankreatitis kann zu einer EPI führen [8]. Durch die Entzündung und die Bildung von fibrotischem Gewebe im Pankreas ist die endokrine und/oder exokrine Funktion gestört. In einer 1-wöchigen, randomisierten, placebokontrollierten Studie wurden der Studiengruppe (34 Teilnehmer) Kapseln mit Verdauungsenzymen verabreicht (80.000 FIP pro Mahlzeit und 40.000 FIP pro Zwischenmahlzeit; zur Bedeutung der Enzymaktivität in Einheiten siehe Abschnitt „Dosierung“) und der Placebogruppe (28 Teilnehmer) wurden Placebokapseln verabreicht. Die Studiengruppe zeigte eine signifikant bessere Fettaufnahme als die Placebogruppe (18,5 % bzw. 4,1 %). Sie hatten auch eine signifikant bessere Stickstoffaufnahme, eine höhere Stuhlfrequenz und weniger Fett im Stuhl [54]. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse unterstützt diesen Befund und identifiziert Faktoren wie Dosierung, Beschichtung von Enzymen zur Magensaftresistenz und Einnahme während der Mahlzeiten als Faktoren, die die Wirksamkeit erhöhen können [55]. Eine aktuelle, multizentrische, Open Label, nicht-randomisierte Studie bei Patienten mit chronischer Pankreatitis zeigte, dass die orale Einnahme von mikrobieller Lipase (steigend von 280 mg/Tag auf 2240 mg/Tag) über 48 bis 60 Tage sicher und gut verträglich ist und zu signifikanten Verbesserungen der Fettabsorption führt [56].

    Mukoviszidose

    Bei Mukoviszidose (Cystic Fibrosis, CF) können die Gänge der Bauchspeicheldrüse blockiert werden, was zu exokrinen und endokrinen Störungen führt [57]. Kinder mit dieser Krankheit haben oft eine Wachstumsverzögerung aufgrund einer gestörten Nahrungsverdauung. Pankreasenzyme sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie für diese Patienten. Eine relativ neue Enzymmischung auf Basis von Lipase, Protease und Amylase (auch bekannt als Lipromatase), die auf Reinheit, genaue Dosisstandardisierung, Resistenz gegen Proteolyse und Stabilität in saurem Milieu ausgelegt ist, hat sich in einer klinischen Studie der Phase III als sicher, gut verträglich und wirksam erwiesen [58]. In einer Studiengruppe von 214 Patienten mit Mukoviszidose (> 7 Jahre) erwies sich die Behandlung mit durchschnittlich 5,5 Kapseln Lipromatase pro Tag zu Zwischenmahlzeiten und Mahlzeiten als gut verträglich und war mit altersbedingtem Wachstum und Gewichtszunahme bzw. Gewichtserhaltung verbunden.

    Diabetes

    Verschiedene Arten von Diabetes sind mit einem erhöhten Risiko für EPI verbunden. Zum Beispiel ist eine EPI per Definition bei fast allen Patienten mit pankreatogenem Diabetes, auch bekannt als Typ-3c-Diabetes, vorhanden [8]. Im Durchschnitt leiden 40 % der Patienten mit Typ-1-Diabetes und 27 % der Patienten mit Typ-2-Diabetes an einem gewissen Grad der exokrinen Pankreasinsuffizienz [59]. Die Behandlung von EPI bei Diabetes basiert auf einer angepassten Ernährungsberatung (fettarm und sehr ballaststoffreich) und der Gabe von Verdauungsenzymen [60]. Studien berichten, dass die Symptome der exokrinen Pankreasinsuffizienz durch die Einnahme von Verdauungsenzymen abnehmen. Fettlösliche Vitamine werden besser aufgenommen und das Osteoporoserisiko wird reduziert [61].

    Entzündliche Darmerkrankungen

    Pankreasläsionen treten häufig bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen auf, einschließlich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Diese Patienten produzieren deutlich weniger Verdauungsenzyme [8]. Die Supplementierung einer Enzymmischung (Verdauungsenzyme kombiniert mit Inositol und Beta-Glucanen) zum Mittag- und Abendessen über 4 Wochen verbesserte die Symptome von Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen bei einer Gruppe von 23 Patienten [62].

    Nahrungsmittelunverträglichkeiten und (Nahrungsmittel-)Allergien

    Enzymmängel können zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien führen [63]. Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, Glutenunverträglichkeit und Laktoseintoleranz gehen häufig mit Verdauungsbeschwerden einher.

    Reizdarmsyndrom

    Das Reizdarmsyndrom ist eine symptombasierte Erkrankung, die durch Bauchschmerzen oder Unwohlsein mit verändertem Stuhlgang gekennzeichnet ist, ohne dass eine andere Krankheit vorliegt, die diese Art von Symptomen verursacht [64]. Veränderungen der Darmmotilität, des viszeralen Empfindens, der Gehirn-Darm-Interaktionen, des Mikrobioms, des Gallensäurestoffwechsels und der intestinalen Permeabilität scheinen eine Rolle in der heterogenen Pathogenese zu spielen. Eine Studie mit 314 Patienten ergab, dass 6,1 % auch unter EPI litten [65]. In dieser Gruppe wurde nach der Enzymsupplementierung eine Verbesserung der Frequenz und Konsistenz des Stuhls und der Bauchschmerzen beobachtet. In einer randomisierten Studie wurde festgestellt, dass Patienten mit einer entzündlichen Erkrankung und Symptomen, die dem Reizdarmsyndrom ähneln, von einer Behandlung mit Verdauungsenzymen (plus Inositol und Beta-Glucanen) profitieren und sich ihre Lebensqualität verbesserte [62].

    Glutensensitivität

    Gluten ist ein Anti-Nährstoff, der unseren Darm reizen kann. Gliadin ist die Fraktion im Gluten, die am immunogensten ist. Eine Glutenüberempfindlichkeit geht häufig mit Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, verändertem Stuhlgang und Müdigkeit einher. Diese Erkrankung wird auch als Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS) bezeichnet und ist grundsätzlich durch intestinale und extra-intestinale Symptome gekennzeichnet, die nach der Aufnahme von Gluten bei Personen auftreten, die keine Zöliakie oder Weizenallergie haben [50]. Eine glutenfreie Diät kann bei der Behandlung helfen. Proteasen können auch beim Abbau von Gluten helfen, das aufgrund seines hohen Prolingehalts im Allgemeinen schwer abbaubar ist [66]. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie (18 Teilnehmer mit Glutenunverträglichkeit) führte die Einnahme einer Tablette, die Aspergillus niger-abgeleitete Proteasen enthielt, zusammen mit einer Mahlzeit dazu, dass das meiste Gluten im Magen abgebaut wurde, so dass nur ein kleiner Teil in den Zwölffingerdarm gelangte [67]. In einer kürzlich durchgeführten klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Supplementierung mit einer aus Mikroorganismen und Papaya gewonnenen Enzymmischung die Symptome bei Patienten mit Glutenunverträglichkeit verbesserte [68]. In einer kürzlich durchgeführten, randomisierten, placebokontrollierten Studie wurde 37 glutensensiblen Erwachsenen 30 Tage lang dreimal täglich zu einer Mahlzeit ein glutalytischer Enzymkomplex oder ein Placebo verabreicht [50]. Der glutalytische Enzymkomplex führte mit der Zeit zu einer verminderten Produktion von Gliadin-IgA-Antikörpern. Er reduzierte auch signifikant gastrointestinalen Reflux und Heißhungerattacken. Beschwerden wie ein Völlegefühl wurden bei Personen, die den Enzymkomplex einnahmen, deutlich reduziert.

    Laktoseintoleranz

    Menschen mit Laktoseintoleranz können Laktose nicht im Dünndarm verdauen, so dass sie unverdaut in den Dickdarm gelangt und Symptome wie Bauchschmerzen, Völlegefühl und Durchfall verursacht. Eine Enzymsupplementierung mit Laktase von Aspergillus oryzae oder Kluyveromyces lactis kann Teil der Behandlung von Laktoseintoleranz sein [69]. Eine randomisierte Studie mit Patienten mit Laktoseintoleranz (60 Teilnehmer) zeigte eine signifikante Reduktion der Verdauungssymptome nach oraler Einnahme von Laktase im Vergleich zu Placebo [69]. Die klinischen Ergebnisse der Behandlungen sind jedoch bescheiden, da Laktose nur eines von vielen schlecht absorbierten Kohlenhydraten ist, die Symptome verursachen können [70].

  • Es gibt keine bekannten Kontraindikationen für exogene Versionen von Verdauungsenzymen, die für eine normale Verdauung benötigt werden [71].

    Achten Sie auf mögliche, allergische Reaktionen, die nach der Einnahme bestimmter Enzyme auftreten können (siehe auch die Abschnitte „Nebenwirkungen“ und „Wechselwirkungen“).

  • Für eine adäquate Wirkung ist eine ausreichend hohe Dosierung der Verdauungsenzyme erforderlich. Dosieren Sie individuell und berücksichtigen Sie die Fettmenge in den Mahlzeiten und den Grad der Pankreasinsuffizienz [72]. Es ist auch wichtig, dass die Enzyme in physischen Kontakt mit der Nahrung kommen, bei deren Verdauung sie helfen sollen. Nehmen Sie ein Enzympräparat während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit ein. Wenn Kapseln verwendet werden, können diese kurz vor dem Verzehr mit dem Essen (nicht heiß) gemischt werden.

    Standardisierte Enzymaktivität

    Es ist gebräuchlicher, die Potenz eines Enzymprodukts in Form seiner standardisierten Enzymaktivität auszudrücken und nicht in der Menge, z. B. in Milligramm. Die Enzymaktivität wird in sogenannten „Einheiten“ („Units“) ausgedrückt, die die Reaktionsgeschwindigkeit des Enzyms mit dem abzubauenden Stoff angeben. Je höher der Wert, desto höher die Geschwindigkeit und desto mehr Stoff kann in kürzerer Zeit umgesetzt werden. Wenn Sie mehr Enzyme hinzufügen, kann mehr Stoff abgebaut werden, aber die Reaktionsgeschwindigkeit bleibt konstant. Achten Sie deshalb beim Kauf eines Enzympräparates auf Abkürzungen wie z. B. GDU, ALU, HUT oder SAPU in der Inhaltsstoffdeklaration. Nachfolgend finden Sie eine Tabelle mit den Einheiten und der Funktion jedes Enzyms [73].

    Enzym

    Enzymaktivität Einheit

    Funktion

    Amylase

    Glucoamylase(Amyloglucosidase)

    DU(DextrinizingUnits)

    AGU(AmyloglucosidaseUnits)

    Spaltet komplexe Zucker (Stärke) in Tri-, Di- und Monosaccharide auf.

    Spaltet stärkehaltige Kohlenhydrate auf.

    Protease

    HUT (Haemoglobin Unit; enzymatische Hydrolyse von denaturiertem Hämoglobin)

    SAPU(SpectrophotometricAcidProteaseUnits)

    PC (bakterielle Protease-Einheiten)

    Spaltet Nahrungsproteine in leicht absorbierbare Peptide und Aminosäuren auf.

    Lipase

    FIP(FederationInternationalePharmaceutique)

    Verdaut Fette und erhöht die Aufnahme von lipophilen Nährstoffen (Vitamine A und D).

    Laktase(Beta-Galactosidase)

    ALU(AcidLactaseUnits)

    Spaltet das Disaccharid Laktose in die Einfachzucker Galaktose und Glukose.

    Invertase

    SU(SarettGlucoseOxidaseUnits)

    Spaltet das Disaccharid Saccharose in die Einfachzucker Glukose und Fruktose.

    Alpha-Galactosidase

    GalU(GalactosidaseUnits)

    Spaltet Zucker wie Raffinose, Stachyose und Verbascose.

    Hilft bei der Verdauung von Getreide, Hülsenfrüchten und Kohlsorten.

    Fytase

    FTU(FyTaseUnits).

    Spaltet die Phytinsäure in Getreide und Bohnen für eine bessere Mineralienaufnahme.

    Papain

    NF(NationalFormulary)

    Spaltet Nahrungsproteine in Peptide und Aminosäuren.

    Hat stärkespaltende und einige fettspaltende Eigenschaften.

    Bromelain

    GDU(GelatinDigestingUnits)

    Spaltet Nahrungsproteine.

    Unterstützt die Wirkung von fungalen proteolytischen Enzymen.

    Unterstützt die Verdauung bei Pepsin- und/oder Trypsinmangel.

  • Verdauungsenzyme gelten im Allgemeinen als sicher [74]. Es gibt nicht genügend verlässliche Informationen über die Sicherheit der Anwendung von Verdauungsenzymen während der Schwangerschaft und Stillzeit; daher wird ihre Verwendung nicht empfohlen, es sei denn, sie ist als Ersatztherapie unerlässlich [75].

  • Die orale Einnahme von Verdauungsenzymen wird im Allgemeinen gut vertragen [75]. Die meisten, unerwünschten Wirkungen von Verdauungsenzymen hängen von der Dosierung ab. Die häufigsten Nebenwirkungen bei der oralen Einnahme von Proteasen sind leichte bis mäßige gastrointestinale Beschwerden. In einigen Fällen kann eine allergische Reaktion auftreten [76]. Die orale Aufnahme von Bromelain kann zu Magenbeschwerden und Durchfall führen [77]. Die orale Einnahme übermäßiger Mengen von Papain kann Nebenwirkungen wie Magengeschwüre, Ösophagusperforation oder Hypernatriämie verursachen [78].

    Enzyme sind Proteine, gegen die eine allergische Reaktion entwickelt werden kann. Zum Beispiel können Menschen mit einer Ananasallergie oder einer Allergie gegen einen anderen Vertreter der Bromeliengewächse eine allergische Reaktion auf Bromelain haben, ebenso wie Menschen mit einer Latexallergie [77]. Auch Personen, die überempfindlich auf Papain reagieren, können auf die Enzymergänzung mit Papain allergisch reagieren [78]. Darüber hinaus kann Papain bei Personen, die überempfindlich auf Feigen oder Kiwi reagieren, eine allergische Reaktion hervorrufen. Und schließlich sollten Menschen mit Pilzallergien bei der Einnahme von Enzymen mikrobiellen Ursprungs vorsichtig sein [79].

  • Die meisten Medikamente sind so konzipiert, dass sie unempfindlich gegenüber physiologischen Mengen von Verdauungsenzymen im Verdauungstrakt sind. Es ist unwahrscheinlich, dass ihre Funktion durch die Einnahme von Verdauungsenzymen beeinflusst wird. Seien Sie wachsam, wenn Sie in den folgenden Situationen Enzyme supplementieren.

    Interaktion mit Medikamenten

    Pankreasenzyme können die Wirkung von Acarbose (einem Alpha-Glucosidase-Hemmer) verringern. Acarbose wird bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes zur Senkung des Blutzuckerspiegels eingesetzt [75].

    Bromelain und Papain haben eine potenzierende Wirkung auf Antikoagulantien und können übermäßige Blutungen vor, während und nach Operationen verursachen. Es wird empfohlen, die Einnahme dieser Enzyme mindestens zwei Wochen vor einer Operation abzusetzen [77,78]. Die Dosierung von Blutverdünnern muss möglicherweise angepasst werden.

    Enzyme, wie Bromelain und Papain, können die Wirkung von Antibiotika verstärken [3,77]. Seien Sie vorsichtig mit dieser Kombination.

    Interaktion mit Kräutern und Nahrungsergänzungsmitteln

    Verdauungsenzyme können die Aufnahme von Folsäure verringern [75].

    Menschen mit einer Ananas-Allergie oder einer Überempfindlichkeit gegen einen anderen Vertreter der Bromeliengewächse oder gegen Papain können nach einer Supplementierung mit Papain- oder Bromelain-Enzymen eine allergische Reaktion zeigen [77,78]. Achten Sie beim Verzehr von Feigen oder Kiwi auch auf die Kreuzreaktivität zu Papain.

    Interaktion mit Krankheiten und Beschwerden

    Bei Menschen mit Diabetes oder einem erhöhten Risiko für anormale Blutzuckerwerte kann die Verwendung von Verdauungsenzymen die Glukoseregulierung verschlechtern [75]. In anderen Studien bei Patienten mit Diabetes und exokriner Pankreasinsuffizienz wurde gezeigt, dass Verdauungsenzyme gut verträglich sind [61]. Bis mehr bekannt ist, sollte man bei der Verwendung von Verdauungsenzymen bei Patienten vorsichtig sein. Kontrollieren Sie den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, die Verdauungsenzyme einnehmen. Es kann notwendig sein, die Dosierung von Insulin oder oralen Hypoglykämiemitteln anzupassen.

    Schutz des Mikrobioms

    Die Aufgabe der Verdauungsproteasen ist es, Nahrungsproteine aufzuspalten, damit sie im Darm leichter aufgenommen werden können. Ein gut funktionierendes Verdauungssystem und Mikrobiom sind wichtig, um diese Proteasen rechtzeitig zu inaktivieren, so dass sie die Darmwand nicht „verdauen“. Sorgen Sie deshalb für eine optimale Funktion des Mikrobioms oder supplementieren Sie mit probiotischen Bakterien [6].

  • Verdauungsenzyme arbeiten nur dann richtig, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie z. B. der richtige Säuregrad (pH-Wert) des Körpers und das Vorhandensein von ausreichend Cofaktoren (Vitamine und Mineralien) [3] [10]. Damit verschiedene Funktionen im Körper richtig funktionieren, ist es wichtig, den Säuregehalt des Blutes in sehr engen Grenzen zu halten, damit ein sogenanntes Säure-Basen-Gleichgewicht erreicht wird und Enzyme optimal arbeiten können.

    Wichtige Beispiele für Cofaktoren sind das Vorhandensein von geeigneten Aminosäuren, B-Vitaminen und Zink zur Unterstützung der Enzymproduktion.

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