Vitamin B12

  • Vitamin B12, oder Cobalamin, ist ein wasserlösliches und essentielles Vitamin, das wir über tierische Produkte aufnehmen. In der Nahrung ist Vitamin B12 an Proteine gebunden. Die Absorption von Vitamin B12 ist komplex und erfordert unter anderem das Vorhandensein eines im Magen produzierten Glykoproteins: Intrinsic Factor (IF). Die biologisch aktiven Formen von Vitamin B12 sind Methylcobalamin und Adenosylcobalamin, die im Zytoplasma bzw. in den Mitochondrien der Zelle vorkommen. Methylcobalamin ist ein Methylgruppendonator und daher ist Vitamin B12, zusammen mit Folat und Vitamin B6, gut für den Homocystein-Stoffwechsel. Vitamin B12 trägt auch zur normalen Zellteilung, zur normalen Funktion des Nervensystems, zur psychologischen Funktion, zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen, zur Funktion des Immunsystems und zur Verringerung von Müdigkeit bei. Vitamin B12 fördert außerdem den Energiestoffwechsel. Es kann zu Mangelzuständen kommen, die durch eine unzureichende Aufnahme, eine unzureichende Umwandlung oder durch Malabsorption verursacht werden können. Die charakteristischsten Symptome sind hämatologischer und neurologischer Natur. Zusätzliches Vitamin B12 wird für Risikogruppen empfohlen, wie z. B. ältere Menschen, Vegetarier und Veganer, Schwangere, Menschen, die viel Alkohol konsumieren, oder Personen mit Malabsorptionssyndromen. Zudem kann es bei den folgenden Erkrankungen eingesetzt werden: bei chronischer atrophischer Autoimmungastritis (perniziöser Anämie), atrophischer Gastritis, Gastrektomie, bariatrischer Chirurgie, bakterieller Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO), Morbus Crohn, Zöliakie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, kognitivem Leistungsabbau, Depression, Demenz, Autismus-Spektrum-Störungen, chronischem Erschöpfungssyndrom und Fibromyalgie. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Metformin und Antazida beeinflusst den Vitamin-B12-Status erheblich.

  • Von allen Vitaminen hat Vitamin B12, oder Cobalamin, die größte und komplexeste Molekularstruktur. Es besteht aus einem sogenannten Corrin-Ring, an dem ein Cobalt-Ion hängt. Vitamin B12 kommt in verschiedenen Formen vor, abhängig von der Restgruppe, die an das Cobalt-Ion gebunden ist: Methyl-, Adenosyl-, Hydroxo- und Cyanocobalamin. Methylcobalamin und Adenosylcobalamin sind die physiologisch aktiven Formen von Vitamin B12.

    Adenosylcobalamin findet sich im Körper vor allem in den Mitochondrien, wo es als Cofaktor an der Umwandlung des Enzyms Methylmalonyl-CoA in Succinyl-CoA beteiligt ist. Succinyl-CoA ist ein wichtiges Zwischenenzym in der Kaskade des Zitronensäurezyklus. Es ist daher wichtig für den Stoffwechsel von Fettsäuren und Proteinen und spielt zusammen mit anderen B-Vitaminen eine wesentliche Rolle im Energiehaushalt [1]. Es ist auch an der Hämoglobinsynthese und damit am Sauerstofftransport durch den Körper beteiligt. Bei einem Vitamin-B12-Mangel kann sich das Substrat dieser Vitamin-B12-abhängigen Reaktion, Methylmalonsäure (MMA), anhäufen [2].

    Methylcobalamin befindet sich hauptsächlich im Zytoplasma einer Zelle, wo es als Methylgruppendonator fungiert. Es trägt zur Remethylierung von Homocystein zu Methionin bei und normalisiert zusammen mit Folat und Vitamin B6 den Homocysteinspiegel im gesamten Körper. Ein erhöhter Homocysteinspiegel ist mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden [3]. Methionin ist wiederum notwendig für die Bildung von S-Adenosylmethionin (SAMe), das als primärer Methyldonator wichtig ist für die Synthese von DNA, RNA, Myelin, Kreatin, Neurotransmittern (wie Dopamin, Serotonin, Acetylcholin, Epinephrin), Membranphospholipiden und die Methylierung von Proteinen. Aufgrund seiner Beteiligung an der Produktion von Neurotransmittern und der Bildung der Myelinscheide von Nervenzellen ist Methylcobalamin äußerst wichtig für die Funktion von Gehirn, Rückenmark und Nerven [4]. Darüber hinaus werden Methylgruppen z. B. zur Methylierung von DNA für die Genexpression, zur Methylierung von Membranphospholipiden für flexible Zellmembranen und zur Methylierung von DNA für zelluläre Reparaturprozesse benötigt [5].

    Vitamin B12 ist auch ein Antioxidans und unterstützt somit die normalen Abwehrkräfte des Körpers [6].

  • Vitamin B12 wird von Bakterien synthetisiert. In Lebensmitteln kommt es fast ausschließlich in tierischen Produkten vor, weil es von bestimmten Bakterien im Magen-Darm-Trakt von Tieren gebildet wird. Tierische Produkte, wie Fleisch (Innereien), Fisch und Schalentiere, und in geringerem Maße Eier und Milchprodukte, sind die Hauptquelle für Vitamin B12 in seinen aktiven Formen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin. Einige pflanzliche Lebensmittel, darunter auch fermentierte Produkte (z. B. Tempeh) und Mikroalgen (z. B. in Nori), enthalten manchmal Vitamin B12, aber es wird angenommen, dass dies hauptsächlich auf Bakterien zurückzuführen ist, die in das Produkt gelangt sind [7]. Pflanzen und Pilze benötigen selbst kein Vitamin B12 zum Überleben. 

    Auch Bakterien im menschlichen Magen-Darm-Trakt können Vitamin B12 produzieren. Die Produktion ist im Dickdarm am höchsten, aber die Darmwand dort lässt Cobalamin kaum passieren. Deshalb ist der Mensch hauptsächlich auf Vitamin B12 in der Nahrung angewiesen [8].

    Ein evolutionärer Blick auf die Vitamin-B12-Synthese

    Wir scheiden das gesamte Vitamin B12, das wir selbst im Dickdarm produzieren, täglich aus. Eine Hypothese ist, dass wir früher Selbstversorger waren, aber die Absorption von Vitamin B12 vom Dünndarm übernommen wurde, als das Vitamin-B12-Angebot in der Nahrung durch die Jagd auf Tiere zunahm. Vitamin B12 ist der einzige essentielle Nährstoff, der nur aus tierischen Produkten gewonnen werden kann [9]. Veganer und Vegetarier sind daher eine wichtige Risikogruppe [10]

  • Vitamin B12 ist ein wasserlösliches, essentielles Vitamin. In der Nahrung ist Vitamin B12 an Proteine gebunden. Ein kleiner Teil wird über die Schleimhäute im Mund aufgenommen, aber der entscheidende Resorptionsschritt findet im Magen statt. Im Magen wird das Vitamin B12 durch Enzyme in der Magensäure von den Nahrungsproteinen getrennt und vorübergehend an das Protein Haptocorrin gebunden, das das säureempfindliche Vitamin B12 auf seinem Weg durch den Magen schützt. Menschen, die langfristig Antazida wie Protonenpumpenhemmer einnehmen, haben daher ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel [11]. Im Dünndarm wird Vitamin B12 dann vom Haptocorrin-Protein getrennt und an den Intrinsic Factor (IF) gebunden, ein Glykoprotein, das von den Parietalzellen der Magenwand produziert wird und das Vitamin vor dem Abbau schützt. Der Vitamin-B12-IF-Komplex wird durch einen aktiven rezeptorgesteuerten Transportmechanismus (Endozytose) im letzten Teil des Ileums absorbiert. Bei älteren Menschen produziert die Magenwand weniger IF, was sie zu einer Risikogruppe für einen Vitamin-B12-Mangel macht [5].

    Die aktive Aufnahme von Vitamin B12 ist sehr effizient, sofern es an IF gebunden ist. Der Körper ist in der Lage, zwischen 40 % und 50 % des Vitamin B12 aus der Nahrung aufzunehmen [12]. Die Absorptionsrate nimmt mit zunehmender Aufnahme ab, was auf eine Sättigung der spezifischen Rezeptoren im Ileum zurückzuführen ist. In einer höheren Dosierung kann Vitamin B12 durch passive Diffusion über die gesamte Länge des Gastrointestinaltraktes aufgenommen werden, was aber wesentlich weniger effizient ist.

    In der Darmschleimhaut wird IF abgebaut und Vitamin B12 an das Blut abgegeben, wo es sich an die Transcobalamin-Transportproteine bindet, um in das Gewebe transportiert zu werden. Etwa 20 % des gesamten Vitamin B12 im Blut ist an Transcobalamin gebunden und für die Aufnahme durch alle Körperzellen verfügbar. In der Zelle wird Vitamin B12 in seine aktiven Formen umgewandelt: Methylcobalamin oder Adenosylcobalamin zur Verwendung in verschiedenen intrazellulären Prozessen [5]. Der Körper kann die Cobalamine in die Form umwandeln, die er in diesem Moment benötigt.

    Vitamin B12 ist das einzige wasserlösliche Vitamin, das im Körper als Reservevorrat gespeichert wird. Der Körper enthält schätzungsweise 2 bis 5 mg, die hauptsächlich in der Leber gespeichert werden. Die Galle ist die wichtigste Form der Vitamin-B12-Ausscheidung. Der größte Teil davon wird über den enterohepatischen Kreislauf resorbiert. Dieser effiziente enterohepatische Kreislauf von B12 ermöglicht es der Leber, Vitamin B12 für 3 bis 5 Jahre zu speichern.

  • Vitamin-B12-Bedarf

    Die tägliche Zufuhr von Vitamin B12 ist wichtig, da es nicht möglich ist, funktionales Vitamin B12 zu synthetisieren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) hat auf der Grundlage von Daten zu verschiedenen Biomarkern des Cobalaminstatus und unter Berücksichtigung der beobachteten durchschnittlichen Zufuhr, die bei Erwachsenen in verschiedenen EU-Ländern zwischen 4,2 und 8,6 µg/Tag schwankt, eine angemessene Zufuhr von Cobalamin für Erwachsene festgelegt [13].

    Vitamin-B12-Mangel

    Ein Vitamin-B12-Mangel kann durch unzureichende Aufnahme, unzureichende Umwandlung oder Malabsorption entstehen. Die Prävalenz eines klinischen Mangels (Gesamtvitamin B12 < 148 pmol/l oder Holotranscobalamin < 35 pmol/l) liegt in den westlichen Ländern bei einigen Prozent und steigt mit dem Alter an (< 3 % in der Altersgruppe 20-39 Jahre bis zu 10 % oder mehr bei Menschen im Alter von 70 Jahren und älter) [14]. Im Falle eines klinischen Mangels liegt zwar ein tatsächlicher Mangel vor, aber ein erheblicher Teil der Betroffenen hat keine eindeutigen Beschwerden [15]. Ein subklinischer Vitamin-B12-Mangel (niedriges Vitamin B12, definiert als Gesamt-Vitamin B12 148-260 pmol/l) kommt viel häufiger vor als ein klinischer Mangel (< 148 pmol/l): bei bis zu 40 % der Bevölkerung in westlichen Ländern [16]. Ein subklinischer Mangel kann ohne klinische Symptome bestehen (asymptomatisch). Ein Vitamin-B12-Mangel tritt oft in Kombination mit einem Mangel an anderen B-Vitaminen auf. Laut der niederländischen Gesellschaft für klinische Chemie und Labormedizin liegen die normalen Blutwerte für Vitamin B12 zwischen 130-700 pmol/l [17].

    In etwa 15 % der Fälle ist ein Vitamin-B12-Mangel auf eine unzureichende Zufuhr zurückzuführen [14]. Die Ursachen können in der westlichen Ernährung, wie z. B. weniger Fisch zu essen [18], einer vegetarischen oder veganen Ernährung oder an übermäßigem Alkoholkonsum liegen. Ein Vitamin-B12-Mangel wird in der Schwangerschaft und bei Kindern von Müttern mit unzureichender Zufuhr oft unterdiagnostiziert [19]. Der westliche Lebensstil beansprucht auch ständig die B-Vitamin-Reserve. Durch die ständige Belastung mit Umweltgiften [20], Rauchen [21] und Stress [22] benötigt der Körper B-Vitamine  um z. B. zelluläre Reparaturmechanismen in Gang zu setzen und das Energieniveau aufrecht zu erhalten.

    Häufiger wird ein Vitamin-B12-Mangel durch Malabsorption verursacht. Die Aufnahme von Vitamin B12 ist nämlich komplex und hängt von Faktoren wie dem Vorhandensein von IF und einer guten Magen- und Dünndarmflora ab. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel, da die Magenwand weniger IF produziert [2]. Andere Risikogruppen sind Menschen mit verminderter Absorption, z. B. infolge einer Ileumresektion, einer bariatrischen Operation oder Erkrankungen wie atrophische Gastritis, perniziöse Anämie oder Zöliakie. Menschen mit bakterieller Überwucherung im Dünndarm (small intestinal bacterial overgrowth, SIBO) sind ebenfalls gefährdet, einen Vitamin-B12-Mangel zu erleiden, da die Bakterien selbst Vitamin B12 für die Synthese von Propionsäure verbrauchen [23]. Auch zum Zeitpunkt der Einnahme bestimmter Medikamente ist der Bedarf erhöht [24]. Die wichtigsten sind Protonenpumpenhemmer (Antazida) und das Antidiabetikum Metformin.

    Oft treten Mangelerscheinungen erst nach einigen Jahren auf, weil der Körper eine Reservekapazität an Vitamin B12 hat. Ein Mangel wird daher oft erst spät bemerkt. Die deutlichsten Auswirkungen sind hämatologischer und neurologischer Natur. Charakteristisch für einen Vitamin-B12-Mangel ist das Auftreten einer sekundären Anämie. Aufgrund eines Mangels an Vitamin B12 (oder Folsäure) wird zu wenig Hämoglobin gebildet, wodurch die roten Blutkörperchen hämoglobinarm sind (megaloblastäre Anämie). Es können auch neurologische Beschwerden aufgrund einer demyelinisierenden Erkrankung (Degeneration des Myelins um die Nerven) im Vordergrund stehen. In 25 % der Fälle sind neurologische Symptome der einzige Hinweis auf einen Vitamin-B12-Mangel. Weitere Symptome, die auf einen Vitamin-B12-Mangel hinweisen können, sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Kraftverlust, Gelenkbeschwerden, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmacht, Herzklopfen, Veränderungen des Gesichtsfeldes, verschwommenes Sehen, Tinnitus, blasse Haut, Kälte, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Darmbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Kribbeln oder Taubheit in den Gliedmaßen, Ausfallerscheinungen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, Ataxie, Aphasie, Depressionen, Verhaltensänderungen, Demenz, Angstzustände und Halluzinationen [5].

    Vitamin-B12-Bestimmung

    Untersuchungen zeigen, dass der Serumspiegel des gesamten Vitamin B12 (sowohl an Haptocorrin als auch an Transcobalamin gebundenes Vitamin B12) nicht immer etwas über die Funktionsfähigkeit von Vitamin B12 aussagt. Vitamin B12, das an das Protein Haptocorrin gebunden ist (ca. 80 %), ist nämlich für die Absorption und Verwendung durch das Gewebe nicht verfügbar. Außerdem ist die Bestimmung des gesamten Vitamin B12 fehleranfällig [24,25].

    Es gibt keinen Goldstandard für die Vitamin-B12-Diagnostik. Es gibt jedoch zusätzliche Bestimmungen, die Aufschluss über die Funktionalität von Vitamin B12 geben können. Zum Beispiel kann die Bestimmung der Metaboliten Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein, die beide aus biochemischen Reaktionen unter Beteiligung von Vitamin B12 stammen, aufschlussreich sein [2]. Zirkulierendes MMA sagt etwas über die Wirksamkeit von Vitamin B12 auf dem MMA-Weg aus. Plasma-Homocystein sagt etwas über die Wirksamkeit von Vitamin B12 auf dem Remethylierungsweg aus, ist darin aber nicht spezifisch, weil Vitamin B12 auf diesem Weg eng mit Vitamin B6, Folat und Cholin/Betain zusammenwirkt [26]. Der MMA-Spiegel gilt als der spezifischste und empfindlichste Marker für einen Vitamin-B12-Mangel (Normalwert 250-260 nmol/l). Die Messung von aktivem Vitamin B12 (Holo-TC oder Vitamin B12, das im Blut an das Transportprotein Transcobalamin II gebunden ist) ist ein Maß für den Vitamin-B12-Mangel auf Gewebeebene, scheint aber in der Praxis nicht viel mehr zu bringen als das Gesamt-Vitamin B12 und ist auch nur begrenzt verfügbar [5].

    Der Vitamin-B12-Blutspiegel sagt daher nicht immer etwas über den Nährstoffstatus im Körper aus. Es wird aber allgemein davon ausgegangen, dass ein Wert <148 pmol/l ein tatsächliches Defizit anzeigt [5]. Ein ausreichend hoher Wert bedeutet aber nicht direkt eine gute Funktionsfähigkeit von Vitamin B12.

    Erhöhte Vitamin-B12-Blutwerte

    Überhöhte Vitamin-B12-Blutwerte deuten eher auf eine zugrundeliegende Erkrankung als auf eine Hypervitaminose (übermäßige Einnahme) hin [25]. Bei Patienten mit hohen Homocysteinspiegeln war ein hoher Vitamin-B12-Blutspiegel mit einer eingeschränkten Nierenfunktion assoziiert [27]. Trotz des erhöhten Blutspiegels kommt es zu einer verminderten Aufnahme von Vitamin-B12 durch die Zellen und wird ein Vitamin B12-Mangel in Wirklichkeit maskiert. Bei Lebererkrankungen (einschließlich akuter Hepatitis und Leberzirrhose) wird ein Vitamin-B12-Anstieg im Blut einerseits durch die Freisetzung von gespeichertem Vitamin B12 in den Blutkreislauf aufgrund einer verminderten Leberfunktion und andererseits durch eine verminderte Clearance von haptokorridingebundenem Vitamin B12 verursacht [28].

    Ein direkter Anstieg von Vitamin B12 im Plasma kann auch durch seine Freisetzung aus einem internen Reservoir wie der Leber erfolgen. Paradoxerweise kann eine Hypercobalaminämie (hohes Serum-Vitamin B12) von Anzeichen eines Mangels begleitet sein [29].

    Eine aktuelle Studie beschreibt ein erhöhtes Sterberisiko in der allgemeinen niederländischen Bevölkerung bei hohen Serum-Vitamin-B12-Spiegeln (> 455 pg/ml oder 336 pmol/l) [30]. Diese Forschung zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen hohen Vitamin-B12-Blutspiegeln und dem Sterberisiko gibt, möglicherweise aufgrund von Grunderkrankungen. Ein kausaler Zusammenhang mit der Supplementierung konnte in dieser Studie nicht nachgewiesen werden, da Personen, die Vitamin-B12-Präparate einnahmen, von der Studie ausgeschlossen wurden. Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt, dass eine Vitamin-B12-Supplementierung in hoher Dosierung (bis zu >1000 µg) nicht mit Nebenwirkungen oder einem erhöhten Sterberisiko assoziiert werden konnte [31].

  • Bei unzureichender Vitamin B12-Versorgung oder bei erhöhtem Vitamin-B12-Bedarf kann eine Supplementierung eine (vorübergehende) Lösung darstellen [32]. In Nahrungsergänzungsmitteln werden verschiedene Formen von Cobalamin verwendet. Cyanocobalamin ist die synthetische Form. Diese kommt in der Natur nicht in lebenden Organismen vor, ist aber sehr stabil. Dies hat jedoch einen Nachteil, da Cyanocobalamin im Körper erst in seine aktive Form umgewandelt werden muss, ein Prozess, der von verschiedenen Cofaktoren abhängt und nicht immer effizient verläuft. Hydroxocobalamin ist die Form von Vitamin B12, die häufig für intramuskuläre Injektionen bei schweren neurologischen Beschwerden verwendet wird.

    Vorzugsweise werden daher die aktiven Formen Adenosylcobalamin und/oder Methylcobalamin zugefügt, die dem Körper direkt und schnell zur Unterstützung des Energiehaushalts bzw. der Methylierungsprozesse zur Verfügung stehen.

    Die orale Supplementierung ist der parenteralen Supplementierung vorzuziehen, außer bei schweren neurologischen Beschwerden [33]. Eine orale Dosierung von 1000 µg/Tag über 3 Monate erwies sich als ebenso wirksam wie eine intramuskuläre Injektion (1000 µg in 9 Injektionen über 3 Monate) bei der Normalisierung der Vitamin-B12-Werte bei allen Probanden mit niedrigem Vitamin B12 [34].

    In einer hohen oralen Dosierung kann Vitamin B12 auch durch passive Diffusion über die gesamte Länge des Gastrointestinaltraktes aufgenommen werden. Es umgeht somit die rezeptorvermittelte Aufnahme im Ileum und wird nicht durch z. B. das Fehlen von IF eingeschränkt [5]. Eine Lutschtablette sorgt dafür, dass die Aufnahme der aktiven Form von Vitamin B12 bereits im Mund beginnen kann, mit dem Ziel, einen schnellen und effizienten Absorptionsprozess zu erreichen.

    Wenn ein Vitamin-B12-Bluttest vor einer Supplementierungsempfehlung durchgeführt wird, stellen Sie sicher, dass die betreffende Person mehrere Monate lang keine Vitamin-B12-Präparate eingenommen hat. Die Supplementierung stört das Blutbild, wodurch eventuelle Mängel nicht festgestellt werden können.

  • Eine Vitamin-B12-Supplementierung kann zur Vorbeugung oder Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels und der damit verbundenen Beschwerden eingesetzt werden. Spezifische Anwendungen (Risikogruppen und spezifische Indikationen) für die Vitamin-B12-Supplementierung werden im Folgenden näher erläutert, einschließlich der wissenschaftlichen Begründung.

    Risikofaktoren und -gruppen

    Vegetarier und Veganer

    Da Vegetarier und Veganer auf Fleisch, Eier und andere tierische Produkte verzichten, die alle reich an Vitamin B12 sind, haben sie ein erhöhtes Risiko für einen Mangel. Die Prävalenz eines Vitamin-B12-Mangels bei Vegetariern reicht von 0-86,5 % bei Erwachsenen und älteren Menschen, bis zu 45 % bei Säuglingen, von 0-33 % bei Kindern und Jugendlichen und von 17-39 % bei Schwangeren. Die Verwendung von Ergänzungsmitteln oder angereicherter Nahrung kann Mangelerscheinungen vorbeugen. Pflanzliche Quellen für Vitamin B12 und angereicherte Lebensmittel scheinen nicht ausreichend zu sein. Eine Supplementierung kann den Vitamin-B12-Status wiederherstellen, wird aber in dieser Gruppe aufgrund der Aversion gegen künstliche Produkte oft vermieden [10].

    Ältere Menschen

    Aufgrund des Alterungsprozesses ist die Magenwand weniger gut in der Lage, IF zu produzieren, um die Vitamin-B12-Absorption zu fördern, was bei älteren Menschen oft zu einem Vitamin-B12-Mangel führt [2]. Hinzu kommt, dass ältere Menschen häufiger Antazida verwenden, was die Resorption weiter erschwert. Oxidativer Stress wird auch vermehrt bei älteren Menschen gesehen und ist mit einem Vitamin-B12-Mangel verbunden [35]. Vitamin-B12- und Folatmangel führen zu erhöhten Homocysteinspiegeln, die mit degenerativen Erkrankungen bei älteren Menschen in Verbindung gebracht werden, darunter kognitiver Verfall, kardiovaskuläre Erkrankungen und Osteoporose [36]. Niedrige Vitamin-B12-Werte können auch den Blutdruck erhöhen und das Risiko eines Schlaganfalls durch Vorhofflimmern bei älteren Menschen um das Vierfache steigern [37]. Oral eingenommenes Cyanocobalamin in Dosierungen von 2,5, 100, 250, 500 und 1000 µg über eine Dauer von 16 Wochen reduzierte die Plasma-MMA-Konzentrationen bei älteren Menschen um 16 %, 16 %, 23 %, 33 % und 33 % [38].

    Schwangerschaft

    Schwangerschaft und Stillen verändern den Vitamin-B12-Status der Mutter insofern, als die Übertragung von Vitamin B12 auf den Fötus und den Säugling erleichtert wird und bei der Frau zugleich das Risiko eines Mangels besteht. Ein Vitamin-B12-Mangel bei der Mutter wird mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten, Neuralrohrdefekte und Verzögerungen des intrauterinen Wachstums in Zusammenhang gebracht [39]. Der Gesamt-Vitamin-B12-Spiegel nimmt während der Schwangerschaft allmählich ab und Homocystein und MMA nehmen im dritten Trimenon der Schwangerschaft zu. Dieser Anstieg war bei schwangeren Frauen, die über 10 bis 12 Wochen eine Vitamin-B12-Supplementierung erhielten, geringer (Einnahme Vitamin B 12: durchschnittlich 8,6 µg täglich über die Nahrung und 2,6 µg täglich über ein Multivitaminpräparat [40].

    Malabsorption

    Eine gute Aufnahme von Vitamin B12 über die Nahrung und die Reabsorption über den enterohepatischen Kreislauf erfordert eine optimale Funktion des Magen-Darm-Trakts und damit zusammenhängender Stoffe, Moleküle und Enzyme. Eine Malabsorption aufgrund verschiedener Grunderkrankungen kann die Ursache für einen Vitamin-B12-Mangel sein.

    Chronische atrophische Autoimmungastritis

    Bei der Autoimmungastritis bildet der Körper Antikörper gegen IF und Parietalzellen der Magenwand. Dies tritt bei älteren Menschen häufiger auf. Es führt zu einer Schädigung und einem Dünnerwerden der Magenschleimhaut und zu einer unzureichenden Produktion von IF. Dies ist die häufigste Ursache eines Vitamin-B12-Mangels und führt zur Entstehung einer perniziösen Anämie [41]. Dies tritt im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen häufiger auf, was auf eine genetische Veranlagung hindeutet [5]. Es kann Jahre dauern, bis sich Symptome entwickeln, aber schließlich sind die Vitamin-B12-Vorräte aufgebraucht und die Patienten sind lebenslang auf hohe Dosen Vitamin B12 (1000-2000 µg/Tag) angewiesen. Oft muss dies um Eisen und Folsäure ergänzt werden [24].

    Athrophische Gastritis

    Bei einer atrophischen Gastritis ohne Autoimmunkomponente kommt es zu Schäden und Entzündungen an der Magenschleimhaut, was zu einer verringerten Magensäureproduktion führt. Die Absorption von B12 ist begrenzt, da Vitamin B12 schlechter von den Nahrungsproteinen getrennt werden kann. Möglicherweise ist eine Infektion mit Helicobacter pylori der Auslöser hierfür [5]. Bei älteren Menschen mit chronischer atrophischer Gastritis, die eine Vitamin-B12-Supplementierung von > 500 µg/Tag erhielten, kam es zu einer Verbesserung des MMA-Spiegels [24].

    Magen-Darm-Chirurgie

    Nach einer Gastrektomie (einer vollständigen oder teilweisen Entfernung des Magens) oder einer bariatrischen Operation ist die Absorption von Vitamin B12 dauerhaft gestört und eine dauerhafte Supplementierung notwendig. Eine kürzlich durchgeführte systematische Übersichtsarbeit nach bariatrischen Eingriffen zeigt, dass Vitamin-B12-Dosierungen von 1000 µg/Tag adäquat sind, um Mangelzustände zu vermeiden [42]. Eine orale Supplementierung mit Methylcobalamin (1000 µg täglich) erwies sich als ebenso gut wie eine intramuskuläre Injektion mit Hydroxocobalamin (1000 µg, alle zwei Monate über 6 Monate) [43]. Die Entfernung des Teils des Dünndarms, in dem normalerweise Vitamin B12 absorbiert wird (Ileumresektion), erfordert hohe Dosen von Vitamin B12 oder Injektionen, um Absorptionsprobleme zu vermeiden.

    SIBO

    Eine gesunde Flora des Magen-Darm-Trakts ist die Grundvoraussetzung für die Gesundheit. Ein Beispiel für eine Dysbiose ist das Vorhandensein einer bakteriellen Fehlbesiedlung im Dünndarm (small intestinal bacterial overgrowth, SIBO). Menschen, die an SIBO leiden, haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel, da die Bakterien selbst Vitamin B12 für die Synthese von Propionsäure verwenden [23]. SIBO liegen verschiedene Ursachen zugrunde, wie Magen- und Darmerkrankungen oder -operationen, ein Mangel an Magen- oder Gallensäure, aber auch die Einnahme von Magensäureblockern, die das Mikrobiom negativ beeinflussen [44].

    Entzündliche Darmerkrankungen

    Bei entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, besteht ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel [45]. In einer retrospektiven Studie an 94 Patienten, die an Morbus Crohn leiden, normalisierten sich die Vitamin-B12-Spiegel bei fast 95 % der Patienten nach oraler Cyanocobalamin-Supplementierung (die am häufigsten eingenommene Dosis betrug 1 mg/Tag) [46].

    Zöliakie

    Vitamin- und Mineralstoffmangel kommt bei Zöliakiepatienten (Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit) häufig vor (36). Ein Vitamin-B12-Mangel trat bei 19 % dieser Patienten auf, entsprechend den Ergebnissen früherer Studien (zwischen 8 % und 41 %). Mangelzustände und Malabsorption von Vitamin B12 zusätzlich zu einem Mangel an Eisen und Folsäure aufgrund einer Atrophie der Darmzotten führen bei vielen dieser Patienten zu einer Anämie [47]. Eine glutenfreie Ernährung kann die Vitamin- und Mineralstoffspiegel wiederherstellen, aber der Bedarf an zusätzlichem Vitamin B12 kann jedoch bestehen bleiben [48].

    Kardiovaskuläre Erkrankungen

    Ein hoher Homocysteingehalt ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen. Vitamin B12 ist nach Folsäure das zweitwichtigste Vitamin, das bei der Umwandlung von Homocystein hilft. Dies geht aus einer sequentiellen Interventionsstudie zu Folsäure und Vitamin B12 bei gesunden Probanden hervor [49]. Vitamin-B12-Mangelzustände spielen vor allem bei älteren Menschen (> 60Jahre) eine wichtige Rolle bei der Erhöhung des Homocysteinniveaus. Eine Metaanalyse zeigt, dass eine Supplementierung mit B-Vitaminen in allen Studien den Homocysteinspiegel senkte. Dies hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, koronaren Herzerkrankungen und die Sterblichkeit, aber sehr wohl einen positiven Effekt auf das Auftreten eines Schlaganfalls [50].

    Diabetes

    Bei Patienten mit Diabetes vom Typ 1 und 2 tritt ein Vitamin-B12-Mangel häufig auf. Auch die autoimmune Gastritis (pernizöse Anämie), SIBO und Zöliakie stehen mit Diabetes in einem Zusammenhang [23]. Darüber hinaus trägt die Einnahme des Antidiabetikums Metformin zur Entwicklung eines Vitamin-B12-Mangels bei [51]. Die bei Diabetikern auftretende Hyperglykämie kann durch Prozesse wie Ischämien, oxidativen Stress und Entzündungen zu peripheren Nervenschäden führen, der diabetischen Neuropathie. Eine Übersichtsarbeit zeigte, dass eine Supplementierung mit einer hohen Dosis Vitamin B12 (2 mg/Tag) über 1 bis 3 Monate den MMA-Spiegel bei 88 % der Patienten signifikant senkte und die neuropathischen Symptome bei 86 % der Patienten verbesserte [52]. Eine prospektive Open-label-Studie bei Erwachsenen mit diabetischer Neuropathie zeigte, dass sich nach täglicher oraler Verabreichung von Methylcobalamin (1500 µg) über 24 Wochen Beschwerden wie Kribbeln, Schwächegefühl und Schmerzen signifikant besserten [53]. Darüber hinaus ergab eine Metaanalyse, dass Alpha-Liponsäure (300-600 mg intravenös) die Wirkung von Methylcobalamin (500-1000 mg intravenös oder intramuskulär) bei der Verbesserung der Symptome einer diabetischen Neuropathie verstärkt [54].

    Kognitiver Leistungsabfall

    Es ist bekannt, dass bei älteren Menschen ein Mangel an Vitamin B12 und an Folsäure zu kognitivem Leistungsabbau führen kann. Eine Studie, bei der mit MRT-Scans die Morphometrie (die Form und die Größe) von Hirnregionen bei einer Gruppe von Personen mit einem Vitamin-B12-Mangel (< 250 pg/ml) abgebildet und mit einer Gruppe von Personen mit einem normalen Vitamin-B12-Status verglichen wurde, kam zu dem Schluss, dass das Gehirn der Patienten mit einem Vitamin-B12-Mangel Atrophien aufwies. Zudem waren in dieser Gruppe die kognitiven Leistungen verringert (39). Damit wird die Bedeutung von Vitamin B12 für die kognitiven Leistungen betont. Tatsächlich scheint eine höhere Einnahme von B-Vitaminen, einschließlich Vitamin B12, im jungen Erwachsenenalter für bessere kognitive Leistungen im späteren Leben wichtig zu sein [55].

    Depression

    Vitamin B12 wird mit neuropsychiatrischen Syndromen wie Depressionen, Psychosen und Stimmungsschwankungen in Verbindung gebracht. Bei älteren Menschen scheint eine höhere Zufuhr von Vitamin B12 mit einem geringeren Risiko für Depressionen assoziiert zu sein. Jede zusätzlichen 10 µg Vitamin B12 waren mit einem um 2 % geringeren Risiko für depressive Symptome pro Jahr verbunden. Dies wurde auch bei zusätzlicher Folsäure beobachtet [56]. Es belegen jedoch nicht alle Studien einen Zusammenhang zwischen Vitamin B12 und Depressionen. Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse von 8 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien an gesunden Personen und Personen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen, Angstzustände und Stressstörungen zeigt, dass eine Supplementierung mit B-Vitaminen Stresssymptome reduzieren kann [22]. Eine signifikante Reduzierung von depressiven Symptomen und Angstgefühlen konnte mit dieser Metaanalyse nicht nachgewiesen werden. Trotz der Tatsache, dass die B-Vitamine für das Nervensystem unverzichtbar sind, ist der zugrundeliegende Mechanismus noch nicht bekannt.

    Demenz

    Erhöhte Blutspiegel des Gesamthomocysteins und niedrige bis normale Spiegel der B-Vitamine (Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6) sind Risikofaktoren sowohl für die Alzheimer-Krankheit als auch für die vaskuläre Demenz [57]. Dies wurde in anderen Studien bestätigt. Es gibt jedoch auch Studien, die keine Korrelation zwischen Vitamin B12 und Depressionen sehen. Eine klinische Studie zeigte, dass die Einnahme von Vitamin B12 (500 µg), Vitamin B6 (20 mg) und Folsäure (0,8 mg) über einen Zeitraum von 24 Monaten einer Atrophie bestimmter Hirnregionen, die mit kognitiven Funktionen und Alzheimer assoziiert sind, entgegenwirken kann [58].

    Autismus-Spektrum-Störungen

    Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) weisen oft eine Erhöhung von Markern für oxidativen Stress sowie eine gestörte Methylierung auf [59]. Eine kürzlich durchgeführte Studie untersuchte die Wirkung einer Vitamin-B12-Supplementierung bei 50 Kindern mit ASS. Die klinischen Symptome verbesserten sich in der Gruppe der Kinder, die über 8 Wochen Vitamin B12 erhielten (75 µg/kg), signifikant, was mit einer verbesserten zellulären Methylierungskapazität korrelierte.

    Chronisches Erschöpfungssyndrom und Fibromyalgie

    Bei dem chronischen Erschöpfungssyndrom (chronic fatigue syndrome, CFS) und Fibromyalgie spielt der Methylierungsprozess der Gene eine wichtige Rolle. Bei CFS-Patienten wird bei der Mehrheit spezifischer Immunzellen ein Mangel an Methylgruppen beobachtet. Die kombinierte Wirkung von Vitamin B12 und Folsäure spielt eine grundlegende Rolle bei der Versorgung mit Methylgruppen. In einer Studie wurden 38 CFS-Patienten (mit oder ohne Fibromyalgie), die mindestens sechs Monate lang wöchentliche Vitamin-B12-Injektionen erhielten, anhand des Screenings in gute und mäßige Responder unterteilt. Bei den guten Respondern wurde festgestellt, dass sie häufiger und höhere Dosierungen von Vitamin B12 erhielten und auch zusätzlich Folsäure einnahmen. Mäßige Responder bewerteten ihre Besserung als geringer und verwendeten mehr Schmerzmittel [60]. Dies wurde in einer Studie bestätigt, die eine Vitamin-D-Supplementierung in Form von Nasentropfen anstelle einer Injektion verwendete. In dieser Studie berichteten zwei Drittel der Teilnehmer über einen positiven Effekt nach einer Vitamin-B12-Supplementierung [61].

  • Überempfindlichkeit gegen Cobalamin oder Cobalt sind Kontraindikationen für die Anwendung von Vitamin B12. Menschen mit Leberscher kongenitaler Amaurose und Leberscher Optikusatrophie (einer erblichen Augenkrankheit) wird ebenfalls von der Einnahme von Vitamin B12 abgeraten [62].

  • Nicht jeder Mensch nimmt über die Nahrung genügend Vitamin B12 auf. Für Vegetarier und ältere Menschen besteht ein höheres Risiko einer Unterversorgung. Außerdem ist die Absorption von Vitamin B12 im Allgemeinen komplex und subklinische Mangelerscheinungen sind häufig.

    Basierend auf evidenzbasierter Praxis empfehlen wir therapeutische Vitamin-B12-Dosierungen um 1000-1500 µg/Tag, je nach Person, Indikation, Wechselwirkungen etc. Eine höhere orale Dosierung kann in bestimmten Situationen, bei erheblichen Engpässen oder Absorptionsproblemen, eingesetzt werden. Da die Absorption über Diffusion erfolgt, bedeutet eine hohe Dosierung auch mehr Absorption.

    Die Supplementierung in der aktiven Form (Methylcobalamin und Adenosylcobalamin) wird bevorzugt, da sie für den Körper leicht verfügbar ist und eventuelle Absorptionsprobleme im Magen-Darm-Trakt umgeht. Da Vitamin B12 synergistisch mit anderen B-Vitaminen wirkt, kann es ratsam sein, Vitamin B12 in einem Komplex mit anderen B-Vitaminen anzubieten.

    Auf der Grundlage europäischer Richtlinien und Verordnungen sowie lokaler Gegebenheiten legt jedes Land seine eigenen Gesetze und Verordnungen im Hinblick auf Lebensmittel fest. Informieren Sie sich auf der Website Ihrer lokalen Lebensmittelbehörde hinsichtlich der Lebensmittelstandards in Ihrem Land.

  • Die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats ist sicher. Die Absorption von Vitamin B12 ist durch die Kapazität von IF zur aktiven Absorption im Dünndarm begrenzt. Für Vitamin B12 ist keine obere Einnahmegrenze festgelegt.

    Eine aktuelle Kohortenstudie an > 75.000 postmenopausalen Frauen legt jedoch nahe, dass eine kombinierte Supplementierung mit hohen Dosen von Vitamin B6 (= 35 mg/Tag) und Vitamin B12 (= 30 µg/Tag) mit einem erhöhten Risiko für Hüftfrakturen assoziiert ist [63].

  • Es sind keine negativen Reaktionen auf Vitamin B12 bekannt. Selbst in Dosierungen von > 1000 µg pro Tag hat sich Vitamin B12 als sicher erwiesen [31].

  • Vitamin B12 kann mit anderen Stoffen und Medikamenten interagieren. Von folgenden Mitteln ist bekannt, dass sie den Vitamin-12-Status beeinflussen können [62]:

    Protonenpumpenhemmer oder Antazida (wie z. B. Omeprazol und Zantac) reduzieren die Aufnahme von Vitamin B12, weil sie mit der Magensäure und dem IF interagieren. Eine Calcium-Supplementierung kann einen günstigen Effekt auf die Vitamin-B12-Aufnahme zum Zeitpunkt der Anwendung von Antazida haben [64].

    Das Antidiabetikum Metformin kann den Vitamin-B12-Spiegel senken. Metformin wird bei Diabetes verschrieben, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Allerdings treten bei 10 bis 30 Prozent der Patienten, die Metformin erhalten, Probleme mit der Aufnahme von Vitamin B12 auf. Infolgedessen kann Metformin zu einer Hyperhomocysteinämie führen und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in dieser Patientenpopulation weiter erhöhen. Eine zusätzliche Calcium-Supplementierung kann bei Metformin-induzierter Malabsorption helfen [65].

    Auch Aminosalicylsäure, Antibiotika, Colchicin, gallensäurebindende Harze, H2-Rezeptor-Antagonisten, Aminoglykosid-Antibiotika, orale Kontrazeptiva, Antiepileptika, HIV-Medikamente und Aspirin können den Vitamin-B12-Status senken. Eine Vitamin-B12-Supplementierung ist erwünscht.

    Lachgas (Distickstoffmonooxid) inaktiviert Methylcobalamin und verursacht damit einen funktionellen Mangel. Einige Experten sind der Meinung, dass ein Vitamin-B12-Mangel vor der Anwendung von Lachgas ausgeschlossen werden sollte.

    Bei der Verwendung von zusätzlicher Folsäure (insbesondere bei Dosierungen > 1000 µg/Tag) wird empfohlen, zusätzlich Vitamin B12 einzunehmen. Eine Folsäure-Supplementierung kaschiert nämlich einen vorhandenen Vitamin-B12-Mangel und kann zu einem weiteren Anstieg der MMA- und Homocystein-Spiegel mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen [66].

    Alkohol reduziert die Vitamin-B12-Aufnahme im Magen-Darm-Trakt.

    Vitamin B12 kann auch die folgenden Wirkungen haben und möglicherweise die (Neben-)Wirkungen von Medikamenten beeinflussen:

    Vitamin B12 kann zusammen mit anderen B-Vitaminen die Wirksamkeit von Antidepressiva verstärken [67].

    Weitere Wechselwirkungen sind möglich. Konsultieren Sie dazu eine Fachkraft.

  • Die B-Vitamine haben eine ausgezeichnete synergistische Wirkung [68] [4]. Vitamin B12 hat sich zusammen mit Folat, Vitamin B2 und Vitamin B6 als wichtig für den Folat- und Homocysteinstoffwechsel erwiesen, der eine gute Methylierung und damit zahlreiche physiologische Körperfunktionen unterstützt [3].

    Vitamin B12 und Folsäure sind zusammen an der Bildung von Hämoglobin beteiligt. Ein Mangel kann zu einer verminderten Bildung von Hämoglobin führen.

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