Withania somnifera (Ashwagandha)

  • Withania somnifera ist auch unter dem Namen Ashwagandha oder als Indischer Ginseng bekannt. Im Ayurveda wird das Kraut als „Rasayana“ bezeichnet, was in Sanskrit so viel bedeutet wie „Pfad der Essenz". Rasayana-Kräuter verlängern nach der Lehre des Ayurveda das Leben und schaffen eine natürliche Balance im Körper.

    Ashwagandha heißt wörtlich „Geruch vom Pferd“, was einerseits auf den starken Geruch des Krauts hinweist und andererseits den Glauben verdeutlicht, dass man bei Verwendung dieses Krauts die Kraft und Vitalität eines Pferdes erhält. Der Artenname „somnifera“ bedeutet im Lateinischen „einschläfernd“. Die Wirkungen und Anwendungen von Ashwagandha sind mit denen von Ginseng vergleichbar. Ashwagandha wird deshalb auch als Indischer Ginseng bezeichnet.

    Ashwagandha kommt in Afrika, im Mittelmeerraum und in Südasien vor und hat eine lange Anwendungsgeschichte. Die Pflanze enthält interessante Wirkstoffe mit einem breiten Anwendungsspektrum. In wissenschaftlichen Studien wurden viele Anwendungen der ganzen Pflanze, des Extrakts und der isolierten Bestandteile untersucht.

    Ashwagandha wird vor allem als Adaptogen eingesetzt. Adaptogene fördern die Homöostase und stabilisieren physiologische Prozesse, weshalb sie die mentale und körperliche Widerstandsfähigkeit in stressreichen Situationen erhöhen. Ashwagandha ist das ideale Adaptogen und entspricht den vier wichtigsten Kriterien für Adaptogene. Es verringert durch Stress hervorgerufene Schäden, ist auch in hohen Dosierungen sicher, verursacht keine Sucht- und Entzugserscheinungen und hat nicht mehr Einfluss auf die normalen Körperfunktionen als notwendig.

    Ashwagandha wird als Adaptogen eingesetzt, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress zu erhöhen und den Schlaf zu fördern. Therapeutisch kann es bei Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gedächtnisproblemen, Angst, Stress und Schmerzen eingesetzt werden. Des Weiteren kann es u. a. bei Arthrose, rheumatoider Arthritis und Diabetes angewendet werden. Ashwagandha findet darüber hinaus Verwendung bei der Unterstützung der kognitiven Funktionen und des Immunsystems und hat eine luststeigernde Wirkung (Aphrodisiakum).

  • Die Wurzeln, Blätter und Beeren von Ashwagandha enthalten als Hauptwirkstoffe Alkaloide (wie Ashwagandhine), steroidale Lactone (wie Withanolide, Withaferine) und Saponine (wie Sitoindoside) [1, 2]. Vor allem die Wurzeln sind reich an Withanoliden und werden präventiv und therapeutisch eingesetzt, oft als Bestandteil eines (Kräuter-)Komplexes.

    Ashwagandha enthält zahlreiche antioxidative Inhaltsstoffe. In vitro ist Ashwagandha wirksam u. a. gegen Lipidperoxidation und Superoxid-Radikale [3, 4]. Die antioxidativen Fähigkeiten von Ashwagandha sind die Grundlage für viele gesundheitsfördernde Wirkungen der Pflanze.

    Wirkungsweise im Gehirn

    Ashwagandha ist ein GABA-Mimetikum [5]. Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Zentralnervensystem (ZNS). Ashwagandha-Extrakt stimuliert die GABA-A- und GABA-A?-Rezeptoren [6, 7] und hat so eine beruhigende Wirkung auf das ZNS.

    Die Withanolide 4 und 5 wirken hemmend auf Acetylcholinesterase (AChE), das Enzym, das Acetylcholin abbaut. Sie wirken damit dem Abbau von Acetylcholin entgegen [8, 9]. Darüber hinaus hemmt Ashwagandha die AChE-Genexpression und stimuliert die Genexpression und Aktivität von Cholinacetyltransferase (ChaT), dem Enzym, das Acetylcholin produziert [10]. Acetylcholin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der Motoneuronen des Nervensystems abgibt, um Muskeln zu aktivieren. Darüber hinaus ist er der primäre Neurotransmitter des Parasympathikus, dem Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Regeneration des Körpers sorgt. Im Gehirn spielt Acetylcholin u. a. eine wichtige Rolle bei Erregung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Motivation.

    Ashwagandha hat zudem einen Effekt auf den Serotonin- und Dopaminhaushalt. So erhöht Ashwagandha die Serotoninkonzentration im Hippocampus. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die Freisetzung von Kortikosteron gehemmt und die ChaT-Aktivität stimuliert wird, so dass mehr Acetylcholin produziert wird [11].

    Ashwagandha hat einen positiven Einfluss auf den Dopaminhaushalt. Als Antioxidans schützt es die dopaminergen Neuronen und unterstützt so den Erhalt der Dopaminkonzentration [12]. Darüber hinaus verhindert Ashwagandha den Rückgang der Tyrosinhydroxylase (TH), dem Enzym, das für die Dopaminproduktion verantwortlich ist [13]. Die TH-Konzentration kann bei bestimmten Erkrankungen oder Stress sinken.

    Ashwagandha beeinflusst das Opioidsystem; es ist ein Agonist des µ-Opioidrezeptors. Die Opioidrezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung [14].

    Withanolid A hemmt die Genexpression eines Enzyms, das für die Spaltung von Amyloid-Vorläuferproteinen (APP) in Amyloid-ß-Fragmente verantwortlich ist. Die Anhäufung der Amyloid-ß-Fragmente führt zu Neurotoxizität und ist Teil der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit. Ashwagandha stimuliert zudem die Expression eines Enzyms, das APP in das nicht-toxische APPa umwandelt, und eines Enzyms, das Amyloid-ß-Fragmente abbaut [15].

    In-vitro-Studien und Tierstudien zeigen, dass Withanolide und Withanoside die synaptische Dichte erhöhen, auch nach Schäden durch Amyloid-ß-Fragmente [16]. Eine Verbesserung der synaptischen Dichte verbessert die neurologischen Funktionen.

    Ashwagandha-Extrakte erhöhen die Genexpression des Lipoproteinrezeptor-verwandten Proteins 1 (LRP) niedriger Dichte in den Leber- und Serum-LRP-Spiegeln. LRP unterstützt den Abtransport von Amyloid-ß-Fragmenten aus dem Gehirn, wodurch die Fragmente über den peripheren Blutkreislauf in der Leber abgebaut werden können [17].

    Immunmodulierende Wirkung

    Ashwagandha beeinflusst die Immunantwort und moduliert die Produktion von Zytokinen [18–21]. Durch die Beeinflussung von Signalwegen wirkt Ashwagandha beispielsweise hemmend auf die entzündlichen Transkriptionsfaktoren NF-?B und PPAR?, indem es den Akt-Signalweg hemmt [22].

    Darüber hinaus stimuliert Ashwagandha die Proliferation von Immunzellen [20, 23] und die Makrophagenaktivität [24]. Die Stimulation der Makrophagenaktivität geht einher mit einem stimulierenden Effekt auf die Stickstoffmonoxid-Synthase (NOS) in den Makrophagen durch Ashwagandha. NOS produziert Stickstoffmonoxid (NO), ein wichtiges Abwehrmolekül gegen Krankheitserreger [25].

    Hormonelle Funktion

    Da die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (HPG) auch durch GABA und die Bindung von GABA an den GABA-A-Rezeptor stimuliert wird, kann Ashwagandha diese HPG-Achse aktivieren und regulieren. Die HPG-Achse stellt die neuroendokrinologische Kontrolle unserer Fortpflanzungsorgane sicher. Ashwagandha reguliert die Wirkung der HPG-Achse durch Stimulierung der Neuronen, die das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) produzieren [26], und reguliert so die LH- und FSH-Konzentrationen und verbessert dadurch auch das Testosteron-Gleichgewicht in den Hoden [27].  Ashwagandha enthält auch Hormonvorläufer, die bei Mangelzuständen eine hormonelle Wirkung haben [2, 28].

  • Ashwagandha ist eine kleine Pflanze, die vor allem in Afrika, Indien, im Mittleren Osten und im Mittelmeerraum wächst. Diese Pflanze besitzt kleine, gelbgrüne Blüten und rote Früchte. Die Wurzel enthält die höchste Konzentration interessanter Wirkstoffe und wird deshalb am häufigsten verwendet, auch wenn Blätter, Samen und Beeren ebenso verwendbar sind.

  • Withanolide werden schnell vom Körper aufgenommen. Eine Mausstudie zeigt, dass die Plasmakonzentrationen von Withaferin A und Withanolid A 20 Minuten nach oraler Aufnahmen den Höhepunkt erreichen. Die Halbwertzeit beträgt 1 Stunde [29].

    Neben der regulierenden Absorption der aktiven Komponenten spielt auch das Mikrobiom eine wichtige Rolle bei der Aufnahme und Aktivierung der Inhaltsstoffe von Ashwagandha. Glykosylierte Withanoside werden vom Mikrobiom deglykosyliert und dann aufgenommen. Die Deglykosylierung ist wichtig für die Wirksamkeit dieser Withanoside [16, 30].

  • Bei Ashwagandha kann nicht von einem Standardbedarf oder von einem Mangel gesprochen werden.

  • Wurzel, Blätter sowie Beeren sind reich an den Wirkstoffen [1]. In den meisten wissenschaftlichen Studien wird die Wurzel verwendet. Die Wurzel wird dann entweder getrocknet und zu einem Pulver gemahlen, oder es wird ein Extrakt verwendet.

    Ein standardisiertes Extrakt ist zu bevorzugen, da es therapeutisch stabiler ist. Durch die Standardisierung wird stets die gleiche Menge an Wirkstoffen dosiert. Ein Ashwagandha-Extrakt wird in den meisten Fällen auf Withanolide hin standardisiert [17, 28, 31–33]. Getrocknete Ashwagandha-Wurzel enthält 0,001 bis 0,5 % Withanolide [34]. Kommerziell erhältliche Ashwagandha-Extrakte sind im Allgemeinen auf 2,5-5 % Withanolide standardisiert.

  • Die bekannteste Anwendung von Ashwagandha ist der Einsatz als Adaptogen. Adaptogene fördern das körperliche und geistige Gleichgewicht und erhöhen die Widerstandskraft in Stresssituationen. Adaptogene sorgen für Vitalität und verbessern die körperliche Leistungsfähigkeit. Ältere Menschen profitieren von Adaptogenen, weil sie für mehr Vitalität und bessere Anpassungsfähigkeit sorgen und dem Altern entgegenwirken. Adaptogene wirken stimulierend auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und unterstützen so einen kranken Körper unspezifisch und umfassend.

    Stress

    Ashwagandha hat eine stressregulierende und beruhigende Wirkung. Die Regulierung von Stress wird teilweise durch die Senkung des Cortisolspiegels mit Hilfe von Ashwagandha ermöglicht [28, 34-36]. Cortisol wird in stressigen Zeiten produziert, eine Senkung des Cortisolspiegels senkt die körperliche Stressreaktion. Ashwagandha hat auch eine GABA-erge Wirkung [5, 6], die überaktive Neuronen und Nervenimpulse hemmt. Ashwagandha hat daher eine beruhigende Wirkung auf das ZNS.

    Die Verabreichung eines Ashwagandha-Wurzelextrakts (300 mg täglich über 60 Tage) erwies sich in einer placebokontrollierten Studie bei 64 Personen mit Stress als wirksam [37]. Die Forscher verwendeten unterschiedliche Methoden zur Messung von Stress, darunter mehrere Fragebögen und den biochemischen Marker für Stress, Cortisol. Die Ashwagandha-Gruppe zeigte eine signifikante Reduktion von [37]. Ein ähnliches Ergebnis wurde an der Murdoch University in Australien festgestellt. Während dieser Studie erhielten die Teilnehmer täglich entweder ein Placebo oder ein Ashwagandha-Supplement (250 mg standardisiert auf 35 % Withanolid-Glykoside). Eine Ashwagandha-Supplementierung führte zu einer signifikanten Reduktion der psychologischen Stress-Scores und der biochemischen Marker für Stress (Cortisol und DHEA-S) [38]. Auch die stressinduzierte Hypertonie verbessert sich nach Gabe von Ashwagandha [36].

    In (chronischen) Stressphasen kann es u. a. zu Bluthochdruck, Magen-Darm-Problemen, Schlafstörungen und Gewichtszunahme kommen. Eine Gewichtszunahme kann durch eine hohe Konzentration von Stresshormonen wie Cortisol verursacht werden, die einen veränderten Stoffwechsel und Hunger verursachen [35]. Ashwagandha reduziert Stress und beeinflusst den Cortisolspiegel bei Stress. Eine klinische Doppelblindstudie mit 52 Teilnehmern wurde durchgeführt, um die Wirkung von Ashwagandha auf Stress und Körpergewicht zu untersuchen. Die Teilnehmer erhielten zweimal täglich 300 mg Ashwagandha (Extrakt standardisiert auf 5 % Withanolide). Die Forscher sahen eine Verbesserung des Wohlbefindens, der Zufriedenheit, des Hungers, des Cortisolspiegels und des Körpergewichts in der Interventionsgruppe. Die Interventionsgruppe ernährte sich im Vergleich zur Placebogruppe gesünder und war besser in der Lage, ihr Körpergewicht zu kontrollieren [35]. Ashwagandha kann daher effektiv eingesetzt werden, um die psychische und physische Gesundheit in Zeiten von Stress zu fördern.

    Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

    Ashwagandha reduziert die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in einem Mausmodell. Die Verbesserung geht mit einer Senkung des Corticosteronspiegels einher, einem biochemischen Marker für Stress bei Mäusen [39].

    Angst

    Als Adaptogen kann Ashwagandha therapeutisch bei Angstzuständen eingesetzt werden. Die anxiolytischen Effekte wurden sowohl in In-vitro-Studien, in Tierstudien als auch in Humanstudien als wirksam befunden. In einer placebokontrollierten Studie wurden den Teilnehmern je nach individuellem Bedarf zwei- bis zehnmal täglich 250 mg Ashwagandha-Extrakt verabreicht. Die Angstwerte wurden mit zwei verschiedenen psychologischen Fragebögen gemessen. Bereits nach zwei Wochen zeigte sich ein günstiger Effekt des Ashwagandha-Extrakts im Vergleich zum Placebo, nach sechs Wochen war der positive Effekt von Ashwagandha auf die Angst signifikant [40].

    In einer aktuellen Studie wurde der Ashwagandha-Extrakt auch als Ergänzung zu SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), den üblichen angstlösenden Medikamenten, eingesetzt. Die Angstwerte wurden mit psychologischen Fragebögen gemessen. Der Interventionsgruppe wurde täglich 1 Gramm Ashwagandha-Extrakt verabreicht. Die Intervention mit Ashwagandha war am Ende der Studie, nach sechs Wochen, signifikant wirksamer als das Placebo [41].

    Eine Auswertung aller vorhandenen Studien zur anxiolytischen und stressreduzierenden Wirkung von Ashwagandha kommt zu dem Schluss, dass die Einnahme eines Ashwagandha-Extraktes wirksam ist [42].

    Schlaf

    Wenn man Schwierigkeiten beim Einschlafen bzw. Durchschlafen hat oder schlecht schläft, kann dies auf Kosten der psychischen Verfassung und der Lebensqualität gehen. Es wurden mehrere Studien durchgeführt, in denen Ashwagandha als schlafförderndes Mittel eingesetzt wurde. In einer Studie mit älteren Menschen verbesserte eine Intervention mit 600 mg Ashwagandha pro Tag die Schlafqualität, den mentalen Zustand und die Lebensqualität. Diese doppelblinde, placebokontrollierte Studie demonstriert eine der positiven Wirkungen von Ashwagandha [43].

    Der Wurzelextrakt von Ashwagandha verbesserte in einer zweiten Studie die Schlafqualität und verkürzte die Zeit bis zum Einschlafen. Die insgesamt 60 Teilnehmer dieser Studie litten unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Die Wirkung von Ashwagandha-Extrakt (300 mg, zweimal täglich) wurde mit einem Placebo verglichen. Die Studie, die insgesamt zehn Wochen dauerte, wurde als erfolgreich angesehen. Ashwagandha kann wirksam gegen Schlafprobleme bei Angstzuständen eingesetzt werden [44]. Die gleichen Wissenschaftler bestätigten ihre Ergebnisse in einer ähnlichen Studie mit einer größeren Studienpopulation [31].

    Kognitive Leistungsfähigkeit

    Kognitive und psychomotorische Fähigkeiten

    Neben der therapeutischen Anwendung bei verschiedenen Erkrankungen kann Ashwagandha auch bei gesunden Personen zur Förderung der kognitiven und psychomotorischen Fähigkeiten eingesetzt werden. Die Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Studie erhielten zweimal täglich 250 mg Ashwagandha-Extrakt (standardisiert auf >10 % Withanolide, davon <0,5 % Withaferin A). Nach 14 Tagen verbesserte sich die Reaktionsfähigkeit in kognitiven und motorischen Reaktionstests [45].

    Altersbedingter kognitiver und motorischer Leistungsabbau

    Das Altern führt zu einer verminderten cholinergen Neurotransmission, was zu einer Verschlechterung des Gedächtnisses und der kognitiven Funktionen führt. Ashwagandha könnte die Produktion von Acetylcholin durch Modulation der Genexpression anregen und den Abbau verhindern. Außerdem hemmen Inhaltsstoffe von Ashwagandha möglicherweise die Acetylcholinesterase. Diese Modulation könnte zu einem verringerten kognitiven Leistungsabbau im Zusammenhang mit dem Altern führen. Diese Schlussfolgerungen werden auf der Grundlage von In-vitro- und Tierstudien gezogen [8, 10].

    Mit dem Alter sinkt auch die Dopaminkonzentration, was zu einer Abnahme der motorischen Aktivität führt. Darüber hinaus zeigen Tierstudien, dass Ashwagandha (Withaferin A) den Dopaminspiegel erhöht und damit motorische Beeinträchtigungen reduziert [12]. Im Alterungsprozess nimmt die Menge der Tyrosinhydroxylase ab. Dieses Enzym ist wichtig für die Produktion von Dopamin. Tierversuche zeigen, dass Ashwagandha den Rückgang dieser Enzyme im Gehirn verhindert, wodurch der Dopaminspiegel aufrechterhalten werden kann [13].

    Leichte kognitive Beeinträchtigungen

    Die Supplementierung mit Ashwagandha (300 mg, zweimal täglich, im Vergleich zum Placebo) verbessert das Gedächtnis bei Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Außerdem verbessert es unter anderem die Aufmerksamkeitsleistung (Konzentrationsfähigkeit) und die Informationsverarbeitungsleistung und -geschwindigkeit bei den 25 Teilnehmern der Interventionsgruppe [46].

    Depressionen

    Das Adaptogen Ashwagandha hat laut einer Tierstudie antidepressive Effekte. Die Wissenschaftler verwendeten chronischen Stress als Auslöser für Depressionen. Ashwagandha reduziert verzweifeltes Verhalten und verbessert die Stresstoleranz während eines Schwimmtests, vergleichbar mit einem Antidepressivum [47].

    Neurodegenerative Erkrankungen

    Ashwagandha hat wichtige neuroprotektive Funktionen, die sowohl bei älteren Menschen als auch bei verschiedenen Erkrankungen, die mit einem kognitiven Leistungsabbau einhergehen, eingesetzt werden können. Außerdem kann Ashwagandha in Zeiten eingesetzt werden, in denen die kognitiven Fähigkeiten stark gefordert sind.

    Alzheimer

    Die Alzheimer-Krankheit ist ein Zustand, bei dem neurologische Schäden durch die Anhäufung von Amyloid-ß-Fragmenten auftreten. Tiermodelle werden verwendet, weil sie eine umfassende Untersuchung sowohl der Neuropathologie als auch der Symptome der Alzheimer-Krankheit ermöglichen. So zeigt die Tierforschung, dass Ashwagandha eingesetzt werden kann, um die Produktion von Amyloid-ß-Proteinfragmenten zu hemmen und den Abbau der Fragmente im Gehirn zu stimulieren [15-17]. Darüber hinaus verbessern Withanolide und Withanoside, sowohl in vitro als auch in einem Mausmodell, die synaptische Dichte. Die synaptische Dichte nimmt aufgrund einer neurologischen Schädigung ab. Withanolide und Withanoside können dadurch möglicherweise verlorene neurologische Funktionen einschließlich der Gedächtnisfunktion wiederherstellen [16].

    Parkinson-Krankheit oder Morbus Parkinson

    Die Parkinson-Krankheit ist durch den Verlust von dopaminergen Neuronen im Mittelhirn gekennzeichnet. Ashwagandha kann möglicherweise eingesetzt werden, um die neurologischen Schäden zu verhindern und die Dopamin-Konzentrationen zu erhöhen.

    In einem Mausmodell für Parkinson verbessert Ashwagandha die Konzentrationen antioxidativer Enzyme im Gehirn. Oxidativer Stress kann zu neurologischen Schäden führen, was wiederum u. a. motorische Probleme zur Folge haben kann. Die Verringerung des oxidativen Stresses durch Ashwagandha könnte der Grund für die Verbesserung der Motorik bei Parkinson sein. Dies wurde in einem Tiermodell mit Mäusen gezeigt [48].

    Die Verabreichung von Ashwagandha führt unter anderem durch eine Verringerung der neurologischen Schäden zu einem Anstieg des Dopaminspiegels im Corpus striatum. Das Corpus striatum ist eine Hirnregion, die für die Regulation der motorischen Aktivität zuständig ist. Die Einnahme von Ashwagandha sorgt in einem Tiermodell für Morbus Parkinson durch eine Verbesserung des Dopaminspiegels für eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten [49].

    Schizophrenie

    Ergänzend zu den regulären Behandlungen kann Ashwagandha bei Schizophrenie eingesetzt werden. Untersuchungen zeigen, dass die Dysfunktion/Dysregulation von Neurotransmittern und ihren Rezeptoren einem kognitiven Leistungsabfall zugrunde liegt, der zu Schizophrenie führen kann. Standardisiertes Ashwagandha-Extrakt (250 mg, 2-mal täglich) reduzierte die Menge der gesamten, allgemeinen und negativen Schizophrenie-Symptome in der Studiengruppe. Die Studiengruppe und die Placebogruppe bestanden jeweils aus 33 Teilnehmern mit Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung. Die Placebogruppe erhielt während der Studie mehr antipsychotische Medikamente im Vergleich zur Gruppe, die Ashwagandha-Extrakt erhielt. Durch die Beeinflussung der Neurotransmitterfunktionen, die Hemmung von Entzündungen und die Reduzierung von oxidativem Stress reduziert Ashwagandha die Symptome einer Schizophrenie [50].

    Bipolare Störung

    Neben der regulären Behandlung kann Ashwagandha vermutlich wirksam bei bipolaren Störungen eingesetzt werden. 60 Teilnehmer einer Studie, die an einer bipolaren Störung gemäß DSM-IV leiden, erhielten zusätzlich zu ihrer regulären Medikation 500 mg Ashwagandha. Diese Intervention lief über acht Wochen. Die Supplementierung führte zu einer Verbesserung bei diversen kognitiven Aufgaben. Frühere Studien zeigten bereits, dass Dopaminantagonisten einen positiven Effekt auf die kognitiven Funktionen bei bipolaren Störungen haben. Dies ist wahrscheinlich auch einer der Mechanismen, mit denen sich Ashwagandha als wirksam erwiesen hat [51].

    Zwangsstörungen (Obsessive-Compulsive Disorder OCD)

    Um die Wirkung von Ashwagandha auf Zwangsstörungen (OCD) zu untersuchen, wurde ein Mausmodell verwendet. Die Mäuse wurden mit Standard-Antidepressiva, eine normale Vorgehensweise bei Zwangsstörungen, oder mit einem Ashwagandha-Extrakt behandelt. Das Ashwagandha-Extrakt führte zu Verbesserungen der Zwangssymptomatik, vergleichbar mit der regulären Medikation [52].

    In einer Humanstudie wurde die Wirkung von Ashwagandha ergänzend zur regulären Medikation bei Zwangsstörungen (mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern/SSRI) untersucht. Die 30 Teilnehmer erhielten über 6 Wochen 120 mg Ashwagandha-Extrakt oder ein Placebo. Mit Hilfe von Fragebögen wurden die Effekte untersucht. Das Extrakt erwies sich als signifikant besser als das Placebo bei der Verringerung der Zwangssymptome [53].

    Kardiovaskuläre Gesundheit

    Studien zeigen, dass Ashwagandha einen kardioprotektiven Effekt hat [36, 54]. Als Modell für einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) wurde Ratten ein ß-Agonist verabreicht. Die Ratten erhielten zur Behandlung ein Placebo, Vitamin E oder Ashwagandha. In der Kontrollgruppe entwickelten sich schwere oxidative Schäden, und antioxidative Enzyme wie Glutathion nahmen ab. In den beiden anderen Gruppen (Vitamin E bzw. Ashwagandha) wurden die antioxidativen Enzymspiegel beibehalten, wodurch oxidative Schäden verhindert werden [54].

    Neben dem Schutz der Herzfunktion durch eine Verhinderung oxidativer Schäden kann Ashwagandha möglicherweise auch eine Rolle bei kardiovaskulären und myokardialen fibrotischen Erkrankungen spielen. Fibrose steht mit fast allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang. Diese Erkrankungen zeichnen sich durch eine Anreicherung von Kollagen in und um die Zellen aus. Zwei häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen Fibrose eine Rolle spielt, sind der Myokardinfarkt und die Herzinsuffizienz [55]. In-vitro-Studien zeigen, dass Ashwagandha (Withaferin A) das Filamentnetzwerk stört, wodurch die Kollagenanhäufung destabilisiert wird [56].

    Ashwagandha verhindert darüber hinaus Thrombose, indem es einen regulierenden Effekt auf die Blutplättchen und die Blutgerinnung ausübt, und hemmt die Genexpression von PAI-1 (Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1), einem Risikofaktor für Thrombose und Arteriosklerose [56].

    Abhängigkeit

    Tierstudien zeigen, dass Ashwagandha während des Entzugs bei Süchten eingesetzt werden kann. Ashwagandha moduliert die Spiegel der Neurotransmitter GABA und Dopamin und verhindert so die Rückkehr zum Substanzgebrauch während des Entzugs [57]. Zudem könnten Entzugserscheinungen verringert werden [58].

    Fruchtbarkeit

    Fruchtbarkeitsprobleme bei Männern können verschiedene Ursachen haben, u. a. hormonelle Störungen, Oligospermie oder eine verminderte Spermienqualität. In einer klinischen Studie mit über 40 männlichen Teilnehmern mit Fruchtbarkeitsproblemen führte eine Supplementierung mit einem Ashwagandha-Wurzelextrakt zu einer Erhöhung der Testosteronwerte im Vergleich zur Kontrollgruppe. Außerdem nahmen die Spermienkonzentration, die Spermamenge und die gesamte Spermienmotilität zu. Die Verbesserung der Spermienqualität kann auf einen erhöhten Testosteronspiegel und verringerten oxidativen Stress zurückgeführt werden [59].

    Unfruchtbarkeit kann durch eine langanhaltende oder erhöhte Stressreaktion verursacht werden. Ashwagandha hat einen positiven Einfluss auf die Spermaqualität und Fruchtbarkeit von Männern mit einer stressinduzierten Unfruchtbarkeit [60].

    Schilddrüsenerkrankungen

    Personen mit einer subklinischen Hypothyreose erhielten in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie ein Ashwagandha-Extrakt. Die Hälfte der 50 Teilnehmer erhielt 600 mg Ashwagandha-Extrakt, während die andere Hälfte über 8 Wochen ein Placebo einnahm. Die Behandlung führte zu einer Verbesserung der TSH-, T3- und T4-Werte und normalisierte die Schilddrüsenwerte im Serum der Teilnehmer [61]. Die Normalisierung wurde möglicherweise verursacht durch die Absenkung des Kortisolspiegels, die Senkung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und Erhöhung der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse.

    Diabetes

    Ashwagandha hat eine allgemeine antiinflammatorische Wirkung, was einen positiven Einfluss auf die Insulinsensitivität hat. Tierstudien zeigen, dass Withaferin A die Gene für Insulinsignale und PPAR? stimuliert [62]. PPAR? stimuliert die Expression mehrerer Gene, die am Glukose- und Lipidstoffwechsel und an der Insulinsignaltransduktion beteiligt sind. Ashwagandha reguliert darüber hinaus den Blutzuckerspiegel, den Kortisolspiegel und die Plasmainsulinwerte [63].

    Eine klinische placebokontrollierte Studie mit 66 Teilnehmern, die an Diabetes leiden, zeigte den therapeutischen Effekt von Ashwagandha. Die Teilnehmer in der Interventionsgruppe erhielten täglich 500 mg Ashwagandha-Extrakt, verteilt über ein oder zwei Dosen pro Tag. Der Extrakt wurde auf > 10 % Withanolide standardisiert, davon > 0,5 % Withaferin A. Nach zwölf Wochen wurde eine Verbesserung bei glykiertem Hämoglobin (HbA1c), oxidativem Stress, Entzündungen, der Endothelfunktion und Blutfetten beobachtet [64].

    In vitro hemmen Withanolide die Enzyme a-Glucosidase und a-Amylase [9]. Das Enzym a-Glucosidase entfernt Glucose aus Disacchariden im Darm. Das Enzym a-Amylase ist für die Verdauung von Amylose (Stärke) im Darm verantwortlich. Eine Hemmung dieser Enzyme kann die Aufnahme von Glucose im Darm verringern.

    Rheumatoide Arthritis

    Eine Supplementierung mit Ashwagandha-Pulver aus der Wurzel erwies sich in einer Tierstudie bei rheumatoider Arthritis als wirksam. Den Ratten wurde Kollagen gespritzt, um so eine Autoimmunreaktion hervorzurufen, vergleichbar mit der Pathologie der rheumatoiden Arthritis beim Menschen. Ashwagandha-Pulver vermindert die Schwere der Symptome und verbessert die motorischen Funktionen [65]. Die Verbesserung wird vermutlich durch die antioxidative Wirkung des Extraktes und durch die Regulation der inflammatorischen Zytokine hervorgerufen [66].

    Infektionen

    Bakterielle Infektionen

    Untersuchungen zeigen, dass Mäuse mit bakteriellen Infektionen bei einer Behandlung mit einem Ashwagandha-Extrakt im Vergleich zur Placebogruppe eine höhere Überlebensrate hatten. im Vergleich zur Placebogruppe und zum Ashwagandha-Blätterextrakt erwies sich das Wurzelextrakt als am wirksamsten. Bei den bakteriellen Infektionen, die untersucht wurden, handelte es sich um Infektionen mit Salmonella typhimurium, Staphylococcus aureus und Escherichia coli [24].

    Die direkte Behandlung neu diagnostizierter Lungentuberkulose-Patienten mit Ashwagandha wirkt sich positiv auf immunologische Parameter und Symptome aus. Ashwagandha wurde in der Studie ergänzend zur regulären Medikation eingesetzt. Signifikante Verbesserungen wurden nach 12 Wochen beobachtet [67].

    Virusinfektionen

    In-silico-Studien zeigen, dass Ashwagandha eingesetzt werden kann, um die virale Replikation des SARS-CoV-2-Virus zu verhindern. Für die proteolytische Reifung des Virus sind Proteasen erforderlich. Die wichtigste virale Protease, die für die Reifung von SARS-CoV-2 benötigt wird, ist die 3-Chymotrypsin-ähnliche Protease (3CLpro). Withanosid V ist ein potenter natürlicher 3CLpro-Inhibitor. Ashwagandha kann somit zur Hemmung der Replikation des SARS-CoV-2-Virus und zur Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt werden [68].

    Pilzinfektionen

    Basierend auf In-vitro-Untersuchungen kann geschlossen werden, dass Ashwagandha-Extrakt eine hemmende Wirkung auf pathogene Pilze hat [69].

    Körperliche Leistungsfähigkeit

    Eine Supplementation mit Ashwagandha kann die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern. Gesunde Männer, die einem 8-wöchigen Trainingsprotokoll folgten und Ashwagandha-Extrakt (300 mg zweimal täglich) erhielten, hatten eine größere Zunahme an Kraft und Muskelgröße im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Darüber hinaus war die Reduktion des Körperfetts größer und der Testosteronspiegel stieg. Ashwagandha kann effektiv zur Steigerung der sportlichen Leistung von (Kraft-)Sportlern eingesetzt werden [33].

    Eine Meta-Analyse zeigt, dass Ashwagandha auch einen positiven Effekt auf die Leistung von Ausdauersportlern haben kann. Es erhöht die VO2max sowohl bei Sportlern als auch bei Nicht-Sportlern. Studien verwenden Ashwagandha bis zu 300-500 mg zweimal täglich für 2 bis 12 Wochen [70].

    Schmerzlinderung

    Tierversuche zeigen, dass Ashwagandha eine schmerzlindernde (analgetische) Wirkung hat. Der Serotoninspiegel im Plasma ist ein Maß für das Ausmaß der Schmerzen, da er proportional zum Serotoninspiegel im Gehirn ist. Eine Verringerung des Serotoninspiegels im Plasma bedeutet eine Schmerzlinderung. Ashwagandha-Extrakt senkt den Serotoninspiegel im Serum von Mäusen. Ein reguläres Analgetikum (Paracetamol) wurde als Positivkontrolle verwendet [71]. Auch bei neuropathischen und postoperativen Schmerzen kann Ashwagandha wirksam eingesetzt werden, wie eine Studie mit Ratten ergab [72]. Die schmerzlindernde Wirkung von Ashwagandha wird durch eine Kombination aus der Modulation der Immunantwort und einer Kombination seiner Wirkung auf den µ-Opioid-, GABA- und NMDA-Rezeptor verursacht [14].

    Eine Studie an Menschen mit Kniegelenksschmerzen zeigt eine ähnliche schmerzlindernde Wirkung. Die sechzig Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die beiden Interventionsgruppen erhielten zweimal täglich eine Dosis von 250 mg oder 125 mg Ashwagandha, die Placebogruppe erhielt ein Placebo. Nach vier Wochen wurde in der Interventionsgruppe eine signifikante Verbesserung von Schmerz, Steifigkeit und Schwellung des Knies gemessen. Die höchste Dosierung, 250 mg, führte außerdem zu signifikant besseren Ergebnissen als die niedrige Ashwagandha-Dosierung [73].

    BPA-Toxizität

    Ashwagandha kann verwendet werden, um den neurotoxischen Schäden, die durch Bisphenol A (BPA) verursacht werden, entgegenzuwirken. BPA stört den Hormonhaushalt, erhöht den oxidativen Stress und ist ein Neurotoxin, das u. a. die Anzahl der NMDA-Rezeptoren reduziert [74]. Die Neurotoxizität verursacht u. a. kognitive Probleme. Ashwagandha spielt eine wichtige antioxidative Rolle, stellt die NMDA-Rezeptoren im Hippocampus wieder her und erhöht die endogenen antioxidativen Enzyme [75].

    Epilepsie

    Ashwagandha reduziert die extrazellulären Neurotransmitterwerte während eines epileptischen Anfalls. Dieses Ergebnis wurde in einem Epilepsiemodell mit Ratten gefunden. Die Reduktion der Anzahl von Reizen könnte Ashwagandha Anfälle reduzieren oder sogar verhindern. Darüber hinaus wird angenommen, dass Ashwagandha die Neuronen während eines Angriffs vor oxidativem Stress schützt, der durch Exzitotoxizität verursacht wird [76].

  • Theoretisch könnte Ashwagandha aufgrund seiner immunstimulierenden Wirkung möglicherweise eine Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen verursachen.

    Wegen der Wirkung von Ashwagandha auf die Schilddrüse ist bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten Vorsicht geboten.

  • Die Dosierungen beginnen bei 250 mg pro Tag und reichen bis zu 1000 mg pro Tag. In ayurvedischen Kräuterrezepturen mit mehreren adaptogenen Kräuterextrakten kann eine niedrigere Dosierung ausreichen, da sich die Kräuter gegenseitig ergänzen.

  • Ashwagandha gilt auch bei höheren Dosierungen als sicher [28, 31, 37, 38, 43, 44, 77]. In einer Mausstudie wurde die Sicherheit untersucht, die höchste getestete Dosierung betrug 2000 mg/kg Körpergewicht. Die Forscher fanden während der 28-tägigen Studiendauer keine toxikologischen Symptome. Daraus wurde gefolgert, dass der No Observed Adverse Effect Level (NOAEL) für Ashwagandha bei >2000 mg/kg Körpergewicht für Ashwagandha-Wurzelextrakt mit 4,5 % Withaferin A liegt [78].

  • Nebenwirkungen von Ashwagandha sind selten. Mehrere Studien zeigen unspezifische unerwünschte Wirkungen, wenn Menschen mit Ashwagandha supplementiert werden, oft wird dies nicht auf die Supplementierung zurückgeführt [37, 79, 80].

  • Wenn Ashwagandha gleichzeitig mit Antidepressiva verwendet wird, kann Ashwagandha die antidepressive Wirkung verstärken. Zum Beispiel zeigen Untersuchungen an Mäusen, dass Ashwagandha die Wirkung von Fluoxetin (ein SSRI) und Imipramin (TCA) verbessert [81]. Andere Studien zeigen jedoch, dass Ashwagandha effektiv und sicher ergänzend zu SSRIs eingesetzt werden kann [41, 53]. Konsultieren Sie immer einen Spezialisten, bevor Sie Ashwagandha mit Medikamenten kombinieren.

    Theoretisch kann Ashwagandha aufgrund seiner sedierenden Wirkung eine additive Nervendepression verursachen, wenn es z. B. mit Anästhesie oder anderen Sedativa kombiniert wird. Zum Beispiel zeigen In-vitro-Studien, dass Ashwagandha GABA bindet und die Bindung von Flunitrazepam an den GABA-Rezeptor verstärkt. Ashwagandha verstärkt auch die Wirkung von Diazepam [5].

  • Präbiotika und Probiotika

    Withanoside werden durch das Mikrobiom metabolisiert. Diese Wirkstoffe enthalten Glukosegruppen (sie sind glykosyliert), die vom Mikrobiom entfernt werden. Nach der Deglykosylierung werden sie vom Darm resorbiert. Die deglykosylierten Withanoside haben gesundheitsfördernde Wirkungen, z. B. hat das deglykosylierte Withanosid IV in einem Tiermodell der Alzheimer-Krankheit eine neuroprotektive Wirkung [16, 30]. Ein gesundes Mikrobiom ist daher wichtig, um die Ashwagandha-Bestandteile zu aktivieren und zu absorbieren. Das Mikrobiom kann durch präbiotische und probiotische Lebensmittel oder eine Supplementierung unterstützt werden.

    Beta-Glucane

    Ashwagandha kann zusammen mit Beta-Glucanen aus Pilzen zur Unterstützung des Immunsystems und als Stressreduzierer eingesetzt werden [19]. Diese Kombination wurde in einem Tiermodell getestet.

    Ubiquinol

    Ashwagandha und Ubiquinol Q10 (reduziertes Coenzym Q10) reduzieren den oxidativen Stress und die mitochondriale Dysfunktion in einer Studie an Ratten mit der Parkinson-Krankheit. Die Intervention reduzierte den Rückgang der motorischen Fähigkeiten [82].

    Ayurvedische Pflanzen

    Ashwagandha kann zusammen mit anderen Pflanzen und Kräutern verwendet werden. Traditionell werden adaptogene Kräuter oft zusammen verwendet, um einen optimalen Wirkmechanismus zu erzielen. Mit Techniken wie dem Transkriptom-Profiling lassen sich die (synergistischen) Effekte dieser Adaptogene relativ schnell untersuchen. Zum Beispiel wurde gezeigt, dass Eleutherococcus senticosus und Ashwagandha-Extrakte komplementäre Effekte gegen Stress und altersbedingte Erkrankungen haben [83].

    Zusätzlich zu Ashwagandha können auch andere ayurvedische Pflanzen verwendet werden. Eine ayurvedische Kräuterteemischung mit Ashwagandha, Süßholz, Ingwer, Basilikum und Kardamon unterstützt das Immunsystem durch die Aktivierung von NK-Zellen [84].

    Mucuna pruriens

    Die gleichzeitige Einnahme von Ashwagandha und Mucuna pruriens verbessert neurochemische Marker, reduziert oxidativen Stress und verbessert physiologische Anomalien. Mucuna und Ashwagandha sorgen für einen neuroprotektiven Effekt und halten den Dopaminspiegel aufrecht. Diese beiden Pflanzen haben sich in einem Mausmodell bei Morbus Parkinson als effektiv synergistisch erwiesen [85].

    Curcuma longa, Boswellia serrata und Zink

    Die gleichzeitige Einnahme von Ashwagandha, Kurkuma, Boswellia und Zink bei Osteoarthritis reduziert den Schmerzscore und den Disability Score im Vergleich zu Placebo signifikant [86].

    Panax ginseng

    Withanolide und Ginsenoside (die Hauptwirkstoffe in Panex Ginseng) sind in Struktur und Funktion vergleichbar. Beide Pflanzen werden zur Verlängerung der Lebensspanne und zur Verbesserung der Fruchtbarkeit eingesetzt, dies wurde im Tiermodell nachgewiesen [87]. Aufgrund der Überschneidung der pharmakologischen Eigenschaften kann die gleichzeitige Anwendung von Ashwagandha und Ginsengwurzel von Vorteil sein.

    Aloe vera

    Eine Kombination aus Ashwagandha- und Aloe vera-Extrakt hat eine starke synergistische antioxidative Wirkung. Die Kombination der Extrakte reduziert den oxidativen Schaden im Gehirn von diabetischen Mäusen. Darüber hinaus reduziert sie Gedächtnisverlust und motorische Dysfunktion, die durch oxidative Schäden verursacht werden. Der Effekt war größer, wenn die Extrakte kombiniert wurden, als bei der Supplementierung eines einzelnen Pflanzenextraktes [88].

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