Vitamin B6


Einleitung

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches, essentielles Vitamin, das wir über die Nahrung aufnehmen. Es wirkt als Cofaktor in gut 150 enzymatischen Prozessen, von denen viele mit dem Metabolismus von Proteinen, Kohlehydraten und Fetten zusammenhängen. Vitamin B6 trägt somit zu einem normalen energieerzeugenden Stoffwechsel bei und ist wichtig für die normale Bildung roter Blutkörperchen und damit für den Sauerstofftransport durch den Körper. Vitamin B6 ist an der Synthese wichtiger Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Glutamat, Histamin und GABA beteiligt und spielt daher eine wichtige Rolle für die normale Funktion des Nervensystems. Außerdem reguliert es die hormonelle Aktivität im Körper. Zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure sorgt Vitamin B6 für einen normalen Homocystein-Stoffwechsel, eine normale Funktion des Immunsystems, kann Müdigkeit verringern und unterstützt eine normale psychologische Funktion. Mangelzustände treten häufig auf, u. a. aufgrund einer unzureichenden Versorgung mit den richtigen Nahrungsmitteln, aufgrund der Nahrungszubereitung oder aufgrund von Problemen bei der biochemischen Umwandlung. Eine Supplementierung kann eine Lösung bieten und hat vor allem in der aktiven Form Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) den Vorteil, dass es im Körper nicht umgewandelt werden muss und sofort verfügbar ist. Zusätzliches Vitamin B6 wird für Risikogruppen wie Schwangere, ältere Menschen, Personen, die viel Alkohol konsumieren, oder Personen mit Malabsorptionssyndromen empfohlen und kann auch bei folgenden Erkrankungen eingesetzt werden: Vitamin-B6-abhängige Erkrankungen, wie Vitamin-B6-abhängige Epilepsie, Pyridoxamin-5-Phosphat-Oxidase-Mangel (PNPO), Hypophosphatasie, Vitamin-B6-abhängige Homocystinurie und erbliche sideroblastäre Anämie; prämenstruelles Syndrom; Hyperhomocysteinämie; Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Diabetes mellitus; chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen; Reizdarmsyndrom; Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems wie Autismus, Depression, ADHS, Schizophrenie, kognitiver Leistungsabbau und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson; Karpaltunnelsyndrom; Spätdyskinesien und Nierensteine. Optimale biochemische Umwandlungsreaktionen und eine einwandfreie Funktion von Leber und Darm sind entscheidend für die Wirksamkeit von Vitamin B6. Akkumulationsbeschwerden können auftreten, wenn der Vitamin-B6-Stoffwechsel nicht optimal funktioniert und nach den zugrunde liegenden Ursachen geforscht werden muss.


Wirkungsmechanismus und Funktionalität

Vitamin B6, ein wasserlösliches Vitamin, bezieht sich auf die folgenden 6 Formen: Pyridoxin (PN), Pyridoxal (PL) und Pyridoxamin (PM) und ihre entsprechenden phosphorylierten Formen: Pyridoxin-5-Phosphat (PNP), Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) und Pyridoxamin-5-Phosphat (PMP). Der Körper kann je nach Bedarf eine Form von Vitamin B6 in eine andere umwandeln. Die wichtigste, biologisch aktivste Form von Vitamin B6 ist Pyridoxal-5-Phosphat (P5P). P5P fungiert als Cofaktor für bis zu 150 Enzyme (Linus Pauling Institute). Diese P5P-abhängigen Enzyme katalysieren verschiedene biochemische Reaktionen im Körper, die hauptsächlich mit dem Stoffwechsel von Aminosäuren, Kohlehydraten und Fetten zu tun haben.

P5P ist nicht direkt am Zitronensäurezyklus als Teil des Energiestoffwechsels beteiligt, sondern erfüllt verschiedene Funktionen innerhalb des Energiehaushalts. Zum Beispiel ist P5P wichtig für die Blutbildung (P5P-abhängige Synthese von Häm und damit Hämoglobin) und damit für den Sauerstofftransport durch den Körper. Es ist wichtig für die Synthese von Cytochromen in der Elektronentransportkette und die optimale Funktion des Coenzyms Q10 in den Zellmitochondrien. P5P-abhängige Enzyme sind darüber hinaus in der Lage, Glycogen zu Glucose als Energiequelle abzubauen. P5P ist darüber hinaus essentiell für die Bildung von Myoglobin, einem Protein, das für den Sauerstofftransport von der Zellmembran zu den Zellmitochondrien sorgt und so die Funktion der Herz- und Skelettmuskulatur unterstützt.

Vitamin B6 spielt zusammen mit Folat und Vitamin B12 eine wesentliche Rolle im Folat- und Homocysteinstoffwechsel, in dem Methylgruppen für Methylierungsprozesse im Körper für eine Vielzahl physiologischer Prozesse bereitgestellt werden (Blom, 2011). Vitamin B6 sorgt dafür, dass das toxische Stoffwechselprodukt Homocystein (ein Metabolit der Aminosäure Methionin) zu Cystein abgebaut wird. Cystein ist ein Eiweißbaustein und ein Vorläufer von Glutathion, einem wichtigen Antioxidans (Dalto, 2017).

Normal verlaufende Methylierungsprozesse sind für den Aufbau und Erhalt von DNA, RNA, zelluläre Reparaturprozesse, funktionelle Zellmembranen und auch für die Nervenregeneration notwendig. Im Allgemeinen ist P5P an der normalen Zellfunktion und Zellteilung beteiligt.

Im Gehirn katalysieren P5P-abhängige Enzyme die Synthese wichtiger Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin, Glutamat, Histamin und GABA. Die Methylierung von Serotonin führt zur Bildung des Schlafhormons Melatonin. Genügend viel Vitamin B6 wird also unter anderem zur Verhaltensregulierung und für einen guten Schlafrhythmus benötigt. Eine aktuelle Studie betont die synergistische Wirkung der Vitamine B1, B6 und B12 in ihrem Beitrag zu einem gesunden Nervensystem (Calderón-Ospina, 2020).

P5P ist auch Cofaktor im Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel (P5P-abhängige Synthese von Niacin, Vitamin B3) und spielt somit eine Rolle für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Es gibt zunehmend Erkenntnisse über die Rolle von Vitamin B6 bei Krankheitserregern. Obwohl Vitamin B6 nicht als klassisches Antioxidans eingestuft wird, kann es reaktive Sauerstoffverbindungen (Reactive Oxygen Species, ROS) einfangen und so die Zelle schützen, wie zum Beispiel bei Pilzinfektionen (Bilski, 2000). Vitamin B6 kann auch die Bildung von fortgeschrittenen glykierten Endprodukten (AGEs) hemmen. Dies sind genotoxische Verbindungen, die mit dem Altern einhergehen und unter anderem ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen (Mascolo, 2020).


Herstellung, Zufuhr und Quellen

Vitamin B6 ist ein essentielles Vitamin. Das bedeutet, dass es nicht oder nur in geringem Maße im Körper gebildet wird. Für die Versorgung mit Vitamin B6 sind wir auf die Nahrung angewiesen. Es gibt sowohl gute pflanzliche als auch tierische Quellen für Vitamin B6. In der Nahrung ist das Vitamin meist an Eiweiß gebunden. Tierische Vitamin-B6-Quellen wie Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier enthalten insbesondere die phosphorylierten Formen Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) und Pyridoxamin-5-Phosphat (PMP). Pflanzliche Quellen, wie stärkehaltiges Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Avocados, enthalten oft Pyridoxin (PN) und Pyridoxin-5-Phosphat (PNP) (Voedingscentrum [Zentrum für Ernährung], 2020). Getreide und Hülsenfrüchte sind nicht Teil der Ernährung, die unseren Genen am nächsten kommt (Ur-Ernährung), und daher raten wir davon ab. Darüber hinaus werden Eier und Fisch oft unzureichend verzehrt, so dass der Versorgung mit Vitamin B6 besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss (CBS, 2015).

Die Aufnahme von Vitamin B6 aus einer durchschnittlichen Ernährung beträgt etwa 75 % (Spinneker, 2007; Linus Pauling Institute). Ein Teil des Vitamin B6 geht jedoch durch die Nahrungszubereitung und -verarbeitung verloren (Thompson & Amoroso, 2014). Da Pyridoxin ein wasserlösliches Vitamin ist, ist längeres Kochen von Lebensmitteln in viel Wasser eine Ursache für einen Pyridoxinverlust.

Vitamin B6 pro PortionMilligramm

1 Stück Wildlachs (90 g)0,480-0,800

1 Stück Hähnchen (90 g)0,510

1 Stück Schweinefilet (gekocht, 70 g)0,357

1 Stück Seelachs (gekocht, 120 g)0,110

1 Handvoll ungesalzene Walnüsse (25 g)0,104

1 Avocado0,520

1 Banane0,430

1 Ei (50 g)0,060

1 Scheibe Vollkornbrot (35 g)0,020

1 großer Löffel braune Bohnen (gekocht, 50 g)0,044

1 großer Löffel gekochtes Gemüse (50 g)0,041

1 Glas halbfette Milch (150 ml)0,050

Quelle: Voedingscentrum [Zentrum für Ernährung], Linus Pauling Institute


Stoffwechsel

Nach der Aufnahme werden die in der Nahrung vorhandenen nicht-phosphorylierten Formen des Vitamin B6 (PN, PL, PM) über den passiven Transport in den Zwölffingerdarm, den ersten Teil des Dünndarms, resorbiert. Phosphorylierte Formen aus der Nahrung müssen zunächst im Magen-Darm-Trakt dephosphoryliert werden, bevor sie resorbiert werden können. Verantwortlich dafür ist das im Darm vorhandene Enzym alkalische Phosphatase.

Die nicht-phosphorylierten Formen werden leicht durch Barrieren und Zellmembranen transportiert, sind aber in der Zelle nicht sehr aktiv. In der Leber werden sie unter dem Einfluss bestimmter Enzyme (wie Pyridoxalkinase und Pyridoxinphosphatoxidase) in die biologisch aktiven (phosphorylierten) Formen umgewandelt, von denen P5P die wichtigste ist. P5P wird dann durch den Blutkreislauf zu den verschiedenen Geweben und Organen transportiert. Im Blutplasma findet der Transport von P5P hauptsächlich gebunden an das Protein Albumin statt. P5P kann in die roten Blutkörperchen eindringen und, an Hämoglobin gebunden, die Sauerstoffaffinität erhöhen (Spinneker, 2007).

Um von Zellen und vom Gewebe aufgenommen zu werden, wird P5P zunächst durch das Enzym alkalische Phosphatase (gewebeunspezifische alkalische Phosphatase; TNSALP) zu PL dephosphoryliert. Pyridoxal (PL) durchdringt die Zellmembran und wird dann in der Zelle durch das Enzym Pyridoxalkinase wieder zu P5P phosphoryliert. Die aktive Form befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der Zelle oder im Gewebe, wo sie ihre Arbeit verrichten kann. Dies zeigt, dass ein guter biochemischer Umwandlungsprozess wesentlich für die Wirksamkeit von P5P am richtigen Ort ist. Der Darm und die Leber spielen dabei eine äußerst wichtige Rolle.

Dieser Aktivierungs-Deaktivierungsprozess hängt von der Verfügbarkeit verschiedener Enzyme sowie von Cofaktoren wie Zink, Magnesium, Kalium, Calcium, Kobalt und Mangan ab (van Stigt, 2019; Ramos, 2019). Damit P5P in die Zelle gelangt, ist es auch von einem Rezeptor an der Zellwand abhängig, für den die Aminosäure L-Lysin benötigt wird (van Stigt, 2019). Ein Mangel an einem dieser Faktoren kann Probleme mit dem Vitamin-B6-Stoffwechsel und den Werten verschiedener Vitamin-B6-Formen im Blut oder im Gewebe verursachen.

Eine genetische Komponente scheint ebenso beim P5P-Blutspiegel eine Rolle zu spielen. Eine Studie mit mehr als 2000 gesunden Erwachsenen hat gezeigt, dass Genvarianten (Single Nucleotide Polymorphisms, abgekürzt SNPs) für alkalische Phosphatasen (ALPLs) den P5P-Blutspiegel beeinflussen können. Auch die Verarbeitung von Vitamin B6 scheint von den Genen abhängig zu sein. Es stellt sich jedoch die Frage, was dies funktionell bedeutet (Carter et al., 2015).

Um Vitamin B6 mit dem Urin ausscheiden zu können, muss es in 4-Pyridoxinsäure (4-PA) umgewandelt werden. Dieser Prozess erfordert Enzyme und Cofaktoren wie Vitamin B2, Eisen und Molybdän. Wenn diese Substanzen nicht vorhanden sind, kann Vitamin B6 den Körper nicht verlassen.

Die P5P-Konzentration im Blut ist ein direkter Indikator für die Vitamin-B6-Aktivität im Körper. Sie spiegelt die Konzentration von Vitamin B6 in der Leber wider. Eine P5P-Konzentration von weniger als 30 nmol/l kann zu Mangelerscheinungen führen (Spinneker, 2007).


Ergänzung

Die tägliche Zufuhr von Vitamin B6 ist wichtig, da der Körper praktisch kein Vitamin B6 speichert. Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin B6 beträgt 1,6 mg pro Tag für Frauen und 1,7 mg pro Tag für Männer (EFSA, 2016). Die Erhebung des RIVM (Niederländische Behörde für Öffentliche Gesundheit und Umweltschutz) zum Lebensmittelkonsum (im Zeitraum 2012 - 2016 in den Niederlanden) zeigt, dass die Aufnahme von Vitamin B6 aus der Nahrung und aus Nahrungsergänzungsmitteln im Durchschnitt 2,6 mg/Tag beträgt (RIVM, 2019). Ohne Nahrungsergänzungsmittel liegt dieser Wert im Durchschnitt bei 1,6 mg/Tag, ein Wert, der sich im Rahmen der Tagesdosis bewegt. Trotz optimaler Versorgung über die Nahrung gibt es Situationen, in denen ein erhöhter Bedarf bestehen kann. Obwohl ein klinischer Vitamin-B6-Mangel selten ist, kommt ein subklinischer Mangel häufiger vor. Ein subklinischer Mangel kann bei unzureichender Aufnahme oder Umwandlung und bei erhöhtem Bedarf wie bei älteren Menschen, während der Schwangerschaft oder aufgrund von Krankheit auftreten. Ein Mangel an Vitamin B6 äußert sich nicht akut in klinischen Symptomen, kann aber langfristig bei chronischen und schweren Erkrankungen eine Rolle spielen. Die Prävalenz eines B6-Mangels in der Bevölkerung, die keine Nahrungsergänzungsmittel verwendet, wird auf etwa 25 Prozent geschätzt (Morris et al., 2008). Ein Vitamin-B6-Mangel tritt häufiger in Kombination mit Mangelzuständen bei anderen B-Vitaminen auf, wie z. B. Folsäure und Vitamin B12 (Brown, 2020).

Eine der Risikogruppen für einen Vitamin-B6-Mangel sind ältere Menschen. Mehr als 23 % aller älteren Menschen in Europa haben einen Vitamin-B6-Mangel (P5P-Plasmaspiegel < 20 nmol/l). Bei älteren Menschen in Pflegeheimen kann dieser Prozentsatz auf bis zu 75 % steigen (Kjeldby et al., 2013). Andere Gruppen mit einem erhöhten Bedarf sind schwangere oder stillende Frauen, Menschen, die viel Alkohol trinken, und Menschen, die aufgrund von Medikamenten, Stress, chronischen Entzündungen oder Krankheiten mehr Vitamin B6 benötigen (Brown, 2020).

Symptome und Signale, die auf einen (ernsthaften) Vitamin B6-Mangel hinweisen können: Müdigkeit, Risse an Lippen und Mundwinkeln, Entzündungen der Zunge und/oder der Mundschleimhaut, Anämie, Glucoseintoleranz, Übelkeit und Erbrechen, seborrhoische Dermatitis, Flüssigkeitsansammlungen, Panikattacken, Hyperventilation, Migräne, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Verwirrung, Depression, Immunschwäche, chronische Schmerzen, kognitiver Leistungsabbau, Krämpfe, periphere Neuropathie, Ataxie, ein erhöhter Homocysteinspiegel, erhöhte Entzündungsaktivität (mit erhöhtem C-reaktivem Protein, CRP) und erhöhter oxidativer Stress. Ein marginaler Vitamin-B6-Status (P5P-Spiegel 20 - 30 nmol/l) oder Vitamin-B6-Mangel (< 20 nmol/l) bleibt oft unbemerkt, kann aber schließlich zur Entwicklung chronischer Krankheiten beitragen.


Supplementierung

Wenn die Vitamin-B6-Versorgung unzureichend ist oder ein erhöhter Bedarf an Vitamin B6 besteht, kann eine Supplementierung eine (vorübergehende) Lösung sein.

Eine Supplementierung in Form von P5P hat den Vorteil, dass eventuelle Probleme bei der Umwandlung in die aktive Form in der Leber vermieden werden (ein möglicher Mineralstoffmangel wird umgangen), was zu einer höheren Bioverfügbarkeit, einer besseren Aufnahme durch die Körperzellen und einer geringeren Belastung der Leber führt (Vrolijk et al., 2017). Darüber hinaus scheint diese Form im Hinblick auf eine mögliche Anhäufung von Vitamin B6 im Blut sicherer zu sein.

Da Vitamin B6 eine ausgezeichnete synergistische Wirkung mit Vitamin B12 und Folsäure hat, wie bei der Hyperhomocysteinämie (Maron, 2009), kann Vitamin B6 am besten zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure in Form von aktivem Folat verwendet werden; oder möglicherweise in einem Komplex mit allen anderen B-Vitaminen.


Anwendungen

Eine Vitamin-B6-Supplementierung kann zur Vorbeugung oder Behandlung eines Vitamin-B6-Mangels eingesetzt werden. Spezifische Anwendungen (Risikogruppen und spezifische Indikationen) für die Vitamin-B6-Supplementierung werden nachstehend näher erläutert und wissenschaftlich begründet.

Risikofaktoren und -gruppen

Niedrige Vitamin-B6-Blutspiegel finden sich häufiger bei schwangeren oder stillenden Frauen, älteren Menschen, Alkoholikern und Menschen mit Malabsorptionssyndromen (Brown, 2020). Sie haben ein höheres Risiko, Mangelsymptome zu entwickeln.

Schwangerschaft

Seit den 1940er Jahren wird Vitamin B6 gegen Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft verschrieben. In einer Studie nahmen Frauen, die an Morgenübelkeit litten, 3 Tage lang alle 8 Stunden 25 mg Pyridoxin ein. Dies führte zu einem signifikanten Rückgang des Erbrechens und einer Verringerung der starken Übelkeit (Bender, 1999). In einer iranischen Studie führte die Supplementierung mit einer Kombination von 40 mg Pyridoxin und 100 mg Thiamin pro Tag bei schwangeren Frauen zu einer signifikanten Abnahme von Muskelkrämpfen in den Beinen (Sohrabvand, 2006). In einer kürzlich erschienenen Auswertung von mehr als 70 klinischen Studien zeigte die Vitamin-B6-Supplementierung eine positive Wirkung in Bezug auf die Hyperemesis gravidarum (extreme Übelkeit mit übermäßigem Erbrechen während der Schwangerschaft) (McParlin, 2016). Obwohl die Kombination Pyridoxin-Doxylamin als Primärtherapie gegen Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft empfohlen wird, scheint die beabsichtigte Wirkung gering zu sein (Persaud, 2018).

Ältere Menschen

Klinische Studien zeigen, dass der Bedarf an Vitamin B6 bei älteren Menschen aufgrund einer verringerten Absorption, eines erhöhten Katabolismus oder einer verringerten Phosphorylierung höher ist (Kjeldby, 2013). Ältere Menschen haben auch ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B6-Mangel, da sie im Allgemeinen weniger Nährstoffe zu sich nehmen. Ein niedriger Vitamin-B-Status bei älteren Menschen kann das Risiko erhöhen, degenerative Krankheiten zu entwickeln, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Beeinträchtigungen und Osteoporose (Mikkelsen, 2018).

Malabsorption und Stoffwechselstörungen

Personen mit Malabsorptionsstörungen oder gestörtem Stoffwechsel haben generell ein höheres Risiko für einen Nährstoffmangel. Alkoholkonsum und Malabsorption im Darm aufgrund einer Erkrankung wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie senken den Vitamin-B6-Status (Cook, 1998, Brown, 2020). Ein erhöhter Abbau von Vitamin B6 wird bei Personen mit Autoimmunerkrankungen, wie z. B. rheumatoider Arthritis, beobachtet (Brown, 2020). Es ist bekannt, dass Patienten mit chronischer Nierenerkrankung häufiger eine Hyperhomocysteinämie entwickeln als Patienten in der Allgemeinbevölkerung. Ein Mangel an den Vitaminen ?6, ?12 und Folsäure, könnte eine der Ursachen für Hyperhomocysteinämie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sein (Shevchuk, 2019). Patienten, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen, neigen auch dazu, niedrige Plasmakonzentrationen von Vitamin B6 aufzuweisen (Brown, 2020).

Vitamin-B6-abhängige Erkrankungen

Einige seltene angeborene Stoffwechselstörungen, darunter Vitamin-B6-abhängige Epilepsie, Pyridoxamin-5-Phosphat-Oxidase-Mangel (PNPO) und Hypophosphatasie, können in den ersten Lebenstagen zu epileptischen Enzephalopathien führen (Wilson, 2019). Bei Neugeborenen mit diesen Erkrankungen ist die Bioverfügbarkeit von P5P begrenzt, und die Behandlung mit Pyridoxin und/oder P5P kann epileptische Anfälle lindern oder sogar beseitigen. Aktuelle Leitlinien empfehlen, die tägliche Gesamtdosis von Pyridoxin unter 200 - 300 mg zu halten (Stockler, 2011).

Eine Pyridoxin-Supplementierung hilft auch bei der Behandlung von Vitamin-B6-responsiver Homocystinurie, die durch den Mangel des P5P-abhängigen Enzyms Cystathionin-ß-Synthase verursacht wird (Sacharow, 1993).

Die hereditäre sideroblastische Anämie kann mit Pyridoxin behandelt werden (Mason, 1973). Die Einnahme der aktiven Form (P5P) scheint in Fällen wirksam zu sein, in denen der Patient nicht ausreichend auf Pyridoxin reagiert (Fishman, 2000).

Prämenstruelles Syndrom

Das prämenstruelle Syndrom umfasst eine Vielzahl von Symptomen wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Angstzustände, Depressionen, Erschöpfung, Flüssigkeitsansammlungen, Vergesslichkeit, empfindliche Brüste, Schwindel und erhöhten Appetit, die um den Eisprung herum beginnen und mit Beginn der Menstruation wieder verschwinden. Einerseits kann Vitamin B6 die PMS-Symptome durch Erhöhung der Serotonin- und Dopaminspiegel verbessern, andererseits spielt Vitamin B6 eine wesentliche Rolle bei der Synthese von Prostaglandinen und Fettsäuren, die bei PMS in geringerem Maße vorhanden sind (Ebrahimi, 2012).

Eine Übersicht über randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien legt nahe, dass eine Supplementierung mit zwei Dosen von 50 mg Vitamin B6 pro Tag eine Linderung der PMS-Symptome bewirkt (Wyatt, 1999). Eine neuere Übersicht schlägt die Einnahme von 100 mg pro Tag als potenziell wirksam vor (Whelan, 2009). Eine iranische Studie, an der 160 junge Frauen mit PMS teilnahmen, zeigte eine signifikante Verringerung der PMS-Symptome bei der Einnahme von 80 mg Vitamin B6 pro Tag (Kashanian, 2007). Von den Symptomen nahmen die Angstzustände am stärksten ab. Vitamin B6 hat hier möglicherweise eine positive Wirkung auf PMS, indem es die Verfügbarkeit von Dopamin, Serotonin und GABA verbessert und die hormonabhängige Genexpression moduliert.

Hyperhomocysteinämie

Vitamin B6 ist zusammen mit Folsäure und Vitamin B12 wichtig für einen normalen Homocystein-Stoffwechsel. Vitamin B6 sorgt dafür, dass Homocystein zu Cystein, einem wichtigen Baustein und Vorläufer des Antioxidans Glutathion, abgebaut wird. Eine Supplementierung mit Vitamin B6 (Pyridoxin) ist wirksam für die Behandlung der postprandialen Hyperhomocysteinämie. Eine Kombination von Pyridoxin 100 mg und Folsäure 0,5 mg pro Tag senkte den Homocysteinspiegel bei Hyperhomocysteinämie-Patienten um etwa 35 % (van der Griend, 2000). Ein chronischer Homocysteinüberschuss ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und scheint auch neurotoxisch zu sein (Maron, 2009).

(Vorbeugung) Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erhöhte Homocystein-Blutspiegel sind mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Aber auch ein subklinischer Vitamin-B6-Mangel, unabhängig vom Homocystein-Blutspiegel und von Entzündungsmarkern wie Fibrinogen oder CRP, scheint ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein (Vanuzzo, 2007). Eine große prospektive Studie mit einer Nachbeobachtungsdauer von 14 Jahren zeigte, dass Frauen, die täglich 4,6 mg Vitamin B6 einnehmen, insbesondere aus Nahrungsergänzungsmitteln, ein 33 % geringeres Risiko für eine tödliche koronare Herzerkrankung haben als Frauen, die täglich 1,1 mg Vitamin B6 einnehmen. In der Gruppe mit einem besseren Vitamin-B6-Spiegel war das Risiko eines nicht tödlichen Herzinfarkts ebenfalls signifikant reduziert (Rimm, 1998). Möglicherweise hemmt Vitamin B6 die Atherosklerose durch Hemmung der Thrombozytenaggregation, Schutz des vaskulären Endothels vor Schädigung durch aktivierte Thrombozyten, Eliminierung von (Sauerstoff-)Radikalen und Senkung des Homocysteinspiegels (insbesondere in Kombination mit Folsäure und Vitamin B12) (Spinneker, 2007). Ein Mangel an Vitamin B6 kann auch zu erhöhtem Blutdruck führen.

Kürzlich wurden die Ergebnisse einer klinischen Studie zur Mortalität bei Herz-Kreislauf-Patienten bekannt, die über einen mittleren Zeitraum von 9,9 Jahren beobachtet wurden. Patienten mit hohen Vitamin-B6-Spiegeln > 14,2 µg/l (57 nmol/l) hatten ein 59 % niedrigeres Sterberisiko (alle Ursachen, einschließlich kardiovaskulärer Erkrankungen) im Vergleich zu den Personen mit niedrigeren Vitamin-B6-Spiegeln. Ein niedriger Vitamin-B6-Plasmaspiegel scheint ein starker, unabhängiger Prädikator für die Mortalität zu sein, ebenso stark wie ein hoher Homocysteinspiegel im Plasma. Möglicherweise spielen zugrunde liegende Mechanismen wie systemische Entzündungen und oxidativer Stress eine Rolle (Pusceddu, 2020).

Diabetes mellitus

Viele Diabetiker weisen einen subklinischen Vitamin-B6-Mangel auf (< 30 nmol/l), was für die Blutzuckerkontrolle ungünstig ist und das Risiko von Diabetes-Komplikationen erhöht, wie in einer kürzlich erschienenen Übersicht dargelegt wurde (Mascolo, 2020). Ein niedriger Vitamin-B6-Spiegel kann möglicherweise eine Folge von Diabetes sein. Ebenso kann ein niedriger Vitamin-B6-Spiegel die biologische Aktivität von Insulin beeinflussen. Indem Mechanismen wie der Katabolismus von Tryptophan über den Kynurenin-Weg, die Adipogenese und den Fettstoffwechsel gestört werden, kann ein niedriger Vitamin-B6-Spiegel das Auftreten von Diabetes fördern. Darüber hinaus wird aufgrund einer verringerten antioxidativen Aktivität und einer verringerten Fähigkeit, der AGE-Bildung entgegenzuwirken, ein Vitamin-B6-Mangel mit der Entwicklung von Diabetes-Komplikationen wie Gefäßproblemen, Neuropathie und Retinopathie in Zusammenhang gebracht. In einem Rattenmodell konnte gezeigt werden, dass eine Supplementierung mit P5P die Akkumulation von AGEs und damit die Progression einer diabetischen Nephropathie hemmen kann (Nakamura, 2007). Bei einer Gruppe von 20 Diabetes-Patienten verbesserte eine Supplementierung (zweimal täglich über 4 Wochen, anschließend einmal täglich über 48 Wochen) mit P5P (35 mg), Vitamin B12 (Methylcobalamin, 2 mg) und Folsäure (L-Methylfolat, 3 mg) die Symptome von Neuropathie in Zehen und Ferse (Walker, 2010).

Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie bei Kindern mit Diabetes vom Typ 1 zeigte, dass eine hohe Dosis Folat (täglich 5 mg) und Vitamin B6 (täglich 100 mg) über 8 Wochen in der Lage waren, die endotheliale Dysfunktion zu normalisieren (MacKenzie, 2006).

Chronisch-entzündliche Erkrankungen

Vitamin B6 ist für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig. Ein Mangel an Vitamin B6 beeinflusst sowohl die zelluläre als auch die humorale Immunantwort (Ueland, 2017). Bei älteren Menschen ging ein Vitamin-B6-Mangel einher mit einer verminderten Produktion und Funktionalität von Lymphozyten sowie einer verminderten IL-2-Produktion (ein für die Proliferation von T- und B-Zellen wichtiges Zytokin) (Meydani, 1991). Darüber hinaus scheinen die P5P-Plasmaspiegel in umgekehrter Proportion zu verschiedenen Entzündungsmarkern zu stehen, wie dem CRP, dem IL-6-Rezeptor, einigen weißen Blutkörperchen, dem Kynurenin/Tryptophan-Quotienten und auch den Entzündungswerten, die verschiedene entzündliche Modalitäten aufzeigen (Sakakeeny, 2012). Funktionsstörungen im Immunsystem bilden die Basis für fast alle (chronischen) Erkrankungen.

Vitamin-B6-Mangelzustände werden zudem mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen in Zusammenhang gebracht (Ueland, 2017; Selhub, 2013).

Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (RDS) und die damit verbundenen Symptome hängen eng mit der Ernährungsweise zusammen. Die Symptome eines spastischen Darms scheinen bei einer geringen Vitamin-B6-Einnahme schwerwiegender zu sein (durchschnittliche Einnahme van 0,9 mg/Tag) (Ligaarden, 2011).

Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems

Von Vitamin B6 abhängige Enzyme sind essentiell für die Biosynthese von Neurotransmittern wie Adrenalin, Dopamin und Serotonin (Parra, 2018). Vitamin B6 ist wichtig für eine normale psychologische Funktion und eine normale Funktion des Nervensystems, wobei auch die Vitamine B12 und Folsäure sowie andere B6-abhängige Enzyme eine Rolle spielen.

Bei einem Vitamin-B6-Mangel können weniger Neurotransmitter produziert werden, was zu einem gestörten Neurotransmittersystem führen kann, wie beispielsweise bei Autismus (Sato, 2018), Depression (Skarupsky, 2010), ADHD (Altun, 2018), Epilepsie durch eine neurotoxische Glutamat-Konzentration (Baumeister, 1994) und Schizophrenie (Lerner, 2002).

Autismus

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) umfassen eine sehr heterogene Gruppe an Erkrankungen und die Auswirkungen einer Vitamin-B6-Supplementierung sind bisher umstritten. Kürzlich wurde untersucht, ob es möglich ist, verschiedene Untergruppen zu definieren. Basierend auf ausgewählten phänotypischen Merkmalen scheint es möglich zu sein, Personen, die auf Vitamin B6 ansprechen, und Personen, die nicht auf Vitamin B6 ansprechen, zu unterscheiden. Dadurch wird es in der Zukunft vielleicht möglich sein, bei einem Teil der von ASS-Betroffenen eine Supplementierung mit Vitamin B6 wirksam einzusetzen (Obara, 2018).

Depression

Ein Vitamin-B6-Mangel wird mit einer verminderten Synthese von Serotonin und einem erhöhten Depressionsrisiko in Zusammenhang gebracht. Eine Supplementierung mit Vitamin B6 scheint vor allem bei depressiven Symptomen prämenopausaler Frauen und älteren Menschen wirksam zu sein (Kashanian, 2007). In einer klinischen Studie und einer Follow-up-Studie nach 12 Jahren bei > 3500 älteren Menschen über 65 Jahren zeigte sich, dass die Studienteilnehmer mit einer höheren Einnahme von Vitamin B6 und B12 durch Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel über den gesamten Zeitraum weniger depressive Symptome aufwiesen. Jede zusätzlichen 10 mg Vitamin B6 und jede zusätzlichen 10 µg Vitamin B12 senkten das Risiko für eine Depression um weitere 2 % (Skarupsky, 2010). In einer kürzlich durchgeführten Studie konnte gezeigt werden, dass vor allem ältere Frauen von Vitamin B6 und Männer von Vitamin B12 profitierten, um das Risiko für eine Depression zu verringern (Gougeon, 2016).

Kognitiver Leistungsabfall

Ein suboptimaler Vitamin-B6-Status korreliert mit altersbedingten kognitiven Dysfunktionen und reicht von milden Beschwerden bis hin zur Demenz (u. a. Alzheimer-Krankheit). Welche (ursächliche) Rolle Vitamin B6 sowie Folsäure und andere B-Vitamine hierbei genau spielen, ist noch nicht ganz klar (Hughes, 2017). Eine relativ aktuelle Studie, bei der gesunde ältere Erwachsene über 4 Jahre lang beobachtet wurden, zeigt, dass ein niedriger Vitamin-B6-Status (P5P < 43 nmol/l) assoziiert ist mit einem 3,5-mal höheren Risiko für einen kognitiven Leistungsabbau. Dies wurde ebenso bei einer geringen Einnahme von Vitamin B6 beobachtet (0,9-1,4 mg/Tag). Bei den anderen B-Vitaminen wurde dieser Effekt nicht beobachtet (Hughes, 2017). Vitamin B6 kann möglicherweise als ein wichtiger Schutzfaktor für den Erhalt der kognitiven Gesundheit im Alter betrachtet werden. Auch eine höhere Einnahme von B-Vitaminen, beispielsweise Vitamin B6, in jüngeren Jahren wurde kürzlich in einer multizentrischen Studie an mehr als 3000 jungen Erwachsenen mit einer besseren kognitiven Funktion in einem späteren Alter in Verbindung gebracht (Qin, 2017).

Parkinson-Krankheit

Bei der neurodegenerativen Erkrankung Parkinson kommt es zu einem Absterben von Hirnzellen, die Dopamin produzieren. Dies führt zu einer Störung der durch Dopamin regulierten motorischen Kontrolle und damit zu einem Ruhetremor bei den Betroffenen. Vitamin B6 ist essentiell für die Dopaminsynthese. In einer Studie mit einem Follow-up nach knapp 10 Jahren mit mehr als 5000 älteren Menschen zeigte sich, dass die Personen mit der höchsten Einnahme von Vitamin B6 ein signifikant niedrigeres Risiko aufwiesen, an Parkinson zu erkranken (de Lau, 2006). Dieser Effekt wird vor allem auf die antioxidative Wirkung von Vitamin B6 zurückgeführt, mehr als auf die homocysteinsenkende Wirkung. Dies ist plausibel, wie aus einer kürzlich durchgeführten Studie hervorgeht, die niedrige Spiegel des Antioxidans Glutathion im Gehirn von Parkinson-Patienten und die Fähigkeit von Pyridoxin, die Glutathion-Biosynthese in einem Mausmodell zu fördern, in einen Zusammenhang bringt (Wei, 2020).

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Neuropathie, die durch die Einklemmung des Nervus medianus im Handgelenk verursacht wird. Es geht einher mit Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Schwäche und Kribbeln in den Händen.

Viele Menschen mit einem Karpaltunnelsyndrom weisen niedrige Vitamin-B6-Spiegel auf. Darüber hinaus wurde in Studien eine umgekehrte Beziehung zwischen dem P5P-Spiegel und der Schwere der Schmerzen, des Kribbelns und der Schlafstörungen gefunden (Keniston, 1997). Vitamin B6 ist ein kritischer Cofaktor bei der neuralen Synthese von Proteinen, Neurotransmittern und Sphingolipiden. Möglicherweise erhöht Vitamin B6 hierbei die Schmerzgrenze, indem es die Synthese von Serotonin und GABA stimuliert.

In einer randomisierten Studie an 40 Patienten zeigte sich nach einer Supplementierung mit Vitamin B6 (120 mg/Tag über 3 Monate) eine signifikante Verbesserung der Beschwerden (Talebi, 2013). Nicht alle klinischen Studien stützen jedoch die positive Wirkung einer Supplementierung mit Vitamin B6 bei dieser Zielgruppe (Natural Medicines).

Spätdyskinesie

Die antioxidative Wirkung von Vitamin B6 (Pyridoxin) spielt möglicherweise eine Rolle bei dem günstigen Effekt auf Spätdyskinesien, also schweren Bewegungsstörungen, die nach Einnahme von Neuoleptika auftreten können (Umar, 2016). Aus randomisierten klinischen Studien mit Patienten, die an Schizophrenie oder schizoaffektiven Störungen leiden, zeigte sich, dass eine Supplementierung mit Vitamin B6 (400-1200 mg/Tag über einige Monate) die Symptome dieser schweren Nebenwirkung im Vergleich zur Placebogruppe signifikant bessern kann (Lerner, 2001; Lerner, 2007).

Nierensteine und deren Prävention

Die primäre Hyperoxalurie ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der ein Überschuss an Oxalsäure zur Bildung von Nierensteinen führt. Eine klinische Studie legt nahe, dass die intravenöse Gabe von Vitamin B6 (Pyridoxinhydrochlorid) bei Patienten mit primärer Hyperoxalurie vom Typ I Oxalate um 25,5 % verringern kann (Hoyer-Kuhn, 2014).


Kontraindikationen

Zur Einnahme von Vitamin B6 während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es wenig Daten.


Dosierung

Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin B6 beträgt 1,6 mg pro Tag für Frauen und 1,7 mg pro Tag für Männer (EFSA, 2016). Studien aus den USA legen jedoch nahe, dass viele Menschen mehr Vitamin B6 benötigen (mindestens 3-5 mg/Tag), um einen optimalen P5P-Spiegel zu erreichen (> 30 nmol/l) (Morris et al., 2008).

Basierend auf practice-based Evidence (Anwendung in der Praxis) empfehlen wir therapeutische Dosierungen zwischen 25 und 200 mg Vitamin B6 pro Tag. Eine Supplementierung in Form von P5P sollte bevorzugt werden und ist in hohen Dosen wahrscheinlich sicherer, insbesondere in Situationen, in denen Pyridoxin in der Leber nicht richtig in P5P umgewandelt wird. Da Vitamin B6 synergistisch mit anderen B-Vitaminen wirkt, wird empfohlen, Vitamin B6 zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure oder aktivem Folat zu verwenden, oder optional in einem Komplex mit allen anderen B-Vitaminen anzubieten.

Es wird empfohlen, auf Darm, Leber, spezifische Enzyme (wie alkalische Phosphatasen), Mineralstoffe (wie Zink und Magnesium) und andere Cofaktoren zu achten, da diese mit dem Vitamin B6-Stoffwechsel zusammenhängen.

Auf der Grundlage europäischer Richtlinien und Verordnungen sowie lokaler Gegebenheiten legt jedes Land seine eigenen Gesetze und Verordnungen im Hinblick auf Lebensmittel fest. Informieren Sie sich auf der Website Ihrer lokalen Lebensmittelbehörde hinsichtlich der Lebensmittelstandards in Ihrem Land.


Sicherheit

Die tolerierbare obere Einnahmemenge (Ul/‚tolerable upper intake level‘) für Vitamin B6 für Erwachsene wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf 25 mg/Tag festgelegt. Das Food and Nutrition Board (FNB, American Institute of Medicine) setzt hier 100 mg/Tag an und verwendet 200 mg/Tag für die Aufnahmemenge, bei der keine unerwünschten Wirkungen beobachtet wurden (‚no observed adverse effect level‘).

Die B-Vitamine sind wasserlöslich und ein Zuviel wird im Prinzip über den Urin ausgeschieden. Wenn der Vitamin-B6-Stoffwechsel jedoch nicht optimal ist, kann es zu Problemen bei der Aufnahme in Zellen und im Gewebe oder bei der Ausscheidung über den Urin kommen. Auf diese Weise kann es zu einem Überschuss an Vitamin B6 im Blut kommen. Eine in vitro-Studie zeigt, dass insbesondere die inaktive Form (Pyridoxin, PN) in hohen Dosen einen Zelltod verursachen und mit der aktiven Form (Pyridoxal-5-phosphat, P5P) konkurrieren kann. Zu viel Pyridoxin kann das aktive P5P verdrängen und damit die Wirkung der P5P-abhängigen Enzyme hemmen (Vrolijk et al., 2017). Die Studie zieht hieraus auch den Schluss, dass die Toxizität von Vitamin B6 nicht nur durch die Dosierung bestimmt wird, sondern auch von der in Nahrungsergänzungsmitteln verwendeten Form abhängt. Für die Supplementierung wird empfohlen, die aktive Form (P5P) (Schuitemaker, 2019)zu wählen, da auch nach niedrig dosierter Pyridoxin-Supplementierung Beschwerden gemeldet wurden (Vrolijk, 2017).


Nebenwirkungen

Vitamin B6 kann eine periphere sensorische Neuropathie (Kribbeln in Händen und Füßen, Taubheitsgefühl, verminderter Tastsinn und unsicheres Gehen) und Nervendegeneration verursachen. Diese Nebenwirkungen können insbesondere bei längerer und hoher Einnahme von Vitamin B6 (600 mg/Tag oder höher) auftreten. Es ist wichtig, die Einnahme von Vitamin B6 sofort nach dem Auftreten von Symptomen, die zu einer sensorischen Neuropathie passen könnten, einzustellen. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb von sechs Monaten nach Absetzen der Vitamin-B6-Supplementierung. Gelegentlich wurden die Nebenwirkungen auch bei einer (viel) niedrigeren Dosierung (< 50 mg pro Tag) von Vitamin B6 beobachtet (Van Hunsel, 2018).

Für das Auftreten dieser Nebenwirkungen kann es möglicherweise mehrere Ursachen geben. Es scheint, dass diese Neurotoxizität auf einem Überschuss an Pyridoxin im Blutkreislauf oder einem daraus resultierenden funktionellen Mangel des aktiven P5P im Gewebe beruht (Vrolijk, 2017). Die Studie legt somit ein Vitamin-B6-Paradoxon nahe: Die Nebenwirkungen einer Vitamin-B6-Supplementierung (durch einen Überschuss) ähneln stark den Symptomen eines Vitamin-B6-Mangels (Hemminger, 2020).

Darm- und Leberprobleme (Grunderkrankung oder Überlastung) können die optimale Aufnahme und Umwandlung von Vitamin B6 in seine aktive Form stören. Aber auch Mangelzustände oder Fehlfunktionen von Enzymsystemen oder Cofaktoren stören den Vitamin-B6-Stoffwechsel (van Stigt, 2019). Polymorphismen können dazu führen, dass es bei manchen Menschen zu einem Überschuss kommt und bei anderen nicht.

Da Vitamin B6 u. a. bei Methylierungsprozessen eng mit den anderen B-Vitaminen zusammenwirkt, können auch Störungen im Stoffwechsel anderer B-Vitamine eine Rolle spielen. Beispielsweise kann ein gestörter Vitamin-B6-Stoffwechsel den Homocystein-Stoffwechsel stören, aber es kann auch der Fall sein, dass ein reduzierter Vitamin-B12-Spiegel für das Auftreten einer sensorischen Neuropathie aufgrund erhöhter Homocysteinspiegel verantwortlich ist (Schuitemaker, 2016). Möglicherweise tritt eine Vitamin-B6-Toxizität bei Personen mit niedrigem Vitamin-B12-Status auf. Ein marginaler Vitamin-B12-Status kommt häufig vor. Und es fällt auf, dass die beschriebenen Symptome eines Vitamin-B6-Überschusses fast identisch sind mit denen der neurologischen Komponente eines Vitamin-B12-Mangels (Muskiet, 2016).


Interaktionen

Vitamin B6 kann Wechselwirkungen mit anderen Substanzen und Medikamenten haben. Von den folgenden Mitteln ist bekannt, dass sie den Vitamin-B6-Status beeinflussen (Farmacotherapeutisch Kompas; Natural Medicines):

- Antibiotika (u. a. Tetracycline, Cycloserin) können die Wirksamkeit von Vitamin B6 verringern

- Auch Isoniazid, Hydralazin, Penicillamin und Theophyllin können den Vitamin-B6-Status negativ beeinflussen

- Hohe Östrogenspiegel, z. B. durch orale Kontrazeptiva oder andere hormonelle Präparate, können den Pyridoxin-abhängigen Tryptophanstoffwechsel verändern und damit die Wirkung von Pyridoxin verringern

- Alkohol erhöht den Abbau der aktiven Form von Vitamin B6.

Vitamin B6 kann auch die folgenden Wirkungen hervorrufen und möglicherweise die (Neben-)Wirkungen von Medikamenten beeinflussen (Farmacotherapeutisch Kompas; Natural Medicines):

- Vitamin B6 in Kombination mit Amiodaron verschlimmert potenziell die durch Amiodaron induzierte Lichtempfindlichkeit

- Vitamin B6 kann den Blutzuckerspiegel (bei Diabetes) und den Blutdruck (bei Hypertonie) senken

- Vitamin B6 kann das Hypotonie-Risiko potenziell erhöhen, wenn es gleichzeitig mit blutdrucksenkenden Medikamenten eingenommen wird

- Vitamin B6 kann die Wirkung von Levodopa verringern

- Vitamin B6 kann die Plasmaspiegel von Phenobarbital und Phenyoin senken

Weitere Wechselwirkungen sind möglich. Konsultieren Sie dazu eine Fachkraft.


Synergisten

Die B-Vitamine haben eine synergistische Wirkung (Kennedy, 2016; Calderón-Ospina, 2020). Zusammen mit Folat, Vitamin B2 und Vitamin B12 ist beispielsweise Vitamin B6 essentiell für den Folat- und Homocysteinstoffwechsel, die eine gute Methylierung und damit zahlreiche physiologische Körperfunktionen unterstützen (Blom, 2011).

Zusammen mit Vitamin B2 wirkt Vitamin B6 auch als Coenzym bei der Bildung von Vitamin B3 (Niacin) aus der Aminosäure Tryptophan. Die Vitamine B2 und B3 werden beide als Cofaktoren für die Bildung von aktivem Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat, P5P) aus Pyridoxin benötigt. Zusätzlich zu den anderen B-Vitaminen verbessern auch Kalium, Vitamin C, Magnesium und Selen den Vitamin-B6-Status.


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