Magnesium und Vitamin D: Wirkung auf das Verhalten bei ADHS

Mittwoch 10-Februar-2021

Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung, auch bekannt als ADHS, ist eine Störung der neurologischen Entwicklung. Die Störung ist durch drei Hauptsymptome gekennzeichnet: mangelnde Aufmerksamkeitsbindung, Hyperaktivität und Impulsivität [1]. ADHS ist eine Erkrankung, die große Auswirkungen sowohl auf den Einzelnen als auch auf die unmittelbare Umgebung haben kann.

Neuere Erkenntnisse aus verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass Nährstoffe bei der Pathologie von ADHS eine wichtige Rolle spielen könnten. Vor allem Magnesium und Vitamin D standen dabei im Fokus, auch weil ein Mangel sowohl an Magnesium als auch an Vitamin D bei Kindern mit ADHS häufiger auftritt [2].

Die Studie

In einer doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Studie untersuchten Forscher im Iran die möglichen Auswirkungen einer Vitamin D- und Magnesium-Supplementierung auf Verhaltensprobleme bei Kindern mit ADHS [3].

An der Studie nahmen 66 Kinder teil. Vor der Studie wurde die Conners' Parent Rating Scale verwendet, um eine grundlegende Messung des Verhaltens der Kinder vorzunehmen. Dann wurden die Kinder in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe von Kindern erhielt 8 Wochen lang ein Nahrungsergänzungsmittel mit 50.000 IE Vitamin D pro Woche und ein Magnesiumpräparat mit 6 mg Magnesium pro Kilo Körpergewicht pro Tag. Die andere Gruppe von Kindern erhielt im gleichen Zeitraum ein Placebo. Am Ende der 8 Wochen wurde derselbe Fragebogen verwendet, um das Verhalten der Kinder erneut zu messen.

Die Ergebnisse

Nach 8 Wochen waren die Serumspiegel sowohl von Vitamin D als auch von Magnesium in der Supplementierungsgruppe im Vergleich zu denen der Placebogruppe signifikant angestiegen. Auch die Ergebnisse des ausgefüllten Fragebogens über die Kinder, die die Supplementierung erhalten hatten, unterschieden sich deutlich von den Ergebnissen vor der Studie. So war beispielsweise ein signifikanter Rückgang von Verhaltensproblemen, sozialen Problemen und Problemen im Zusammenhang mit Angst und Verlegenheit zu beobachten. Die psychosomatischen Probleme im Zusammenhang mit ADHS hatten sich jedoch durch die Supplementierung nicht wesentlich verändert.

Wissen in der Praxis

In einem unserer früheren Artikel [4] haben wir bereits auf mögliche positive Auswirkungen einer Supplementierung bei Kindern mit ADHS hingewiesen. Denken Sie zum Beispiel an Zink, Eisen, Jod und Fischfettsäuren. Dazu kommen jetzt also Magnesium und Vitamin D.

Das heißt, wenn Sie in Ihrer Praxis einen Klienten haben, der infolge von ADHS unter Verhaltensauffälligkeiten leidet, ist es von größter Wichtigkeit, zumindest eine gute Bestandsaufnahme des Ernährungszustands zu machen. Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Vitamin D- und Magnesiumspiegel können ebenfalls nützlich sein. Die Supplementierung der oben genannten Nährstoffe, natürlich zunächst in der Ernährung und eventuell ergänzt durch ein qualitativ resorbierbares und gut dosiertes Nahrungsergänzungsmittel, kann einen bedeutenden und positiven Einfluss auf das Verhalten des Kindes haben.

Für Indikationen, Anwendungen und Wechselwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln konsultieren Sie bitte unsere monografien.

Literatur

Heaney, R. P. , The Vitamin D requirement in health and disease. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 2005, 97(1–2), 13–19. https://doi.org/10.1016/j. jsbmb.2005.06.020

Linus Pauling Institute (z.d.). Vitamin D. Geraadpleegd van https://lpi.oregonstate. edu/mic/vitamins/vitamin-D

Luxwolda, M. F. et al., Vitamin D status indicators in indigenous popula- tions in East Africa. European Journal of Nutrition, 2013, 52(3), 1115–1125. https://doi. org/10.1007/s00394-012-0421-6

Volmer, D. A. et al., Analysis of vitamin D metabolic markers by mass spectrometry: Current techniques, limitations of the “gold standard” method, and anticipated future directions: MEASURING VITAMIN D METABOLIC MARKERS BY MASS SPECTROMETRY. Mass Spectrometry Reviews, 2015, 34(1), 2–23. https://doi. org/10.1002/mas.21408

Willett, W. (2013). Nutritional Epide- miology (derde druk), New York, Oxford University Press

Holick, M. F. (2012). Vitamin D: Extraskeletal health. Rheumatic Diseases Clinics of North America, 38(1), 141–160. https://doi.org/10.1016/j.rdc.2012.03.013

Gorham, Edward D., Cedric F. Garland, Frank C. Garland, William B. Grant, Sharif B. Mohr, Martin Lipkin, Harold L. Newmark, Edward Giovannucci, Melissa Wei, en Michael F. Holick. ‘Optimal Vitamin D Status for Colorectal Cancer Prevention’. American Journal of Preventive Medicine 32, nr. 3 (maart 2007): 210–16. https://doi.org/10.1016/j.amepre.2006.11.004.


 

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